LG Saarbrücken: Indizien für ei­nen ma­ni­pu­lier­ten Unfall

Quelle: pixabay.com

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Die Klägerin hat den be­klag­ten Versicherer auf Schadensersatz nach ei­nem Verkehrsunfall in Anspruch ge­nom­men - der Versicherungsnehmer hat­te beim Vorbeifahren zwei par­ken­de Fahrzeuge be­schä­digt. Das Landgericht Saarbrücken hat die Klage ab­ge­wie­sen (Urteil vom 30.01.14, Az. 3 O 142/12), da es auf Grund ver­schie­de­ner Indizien (in ih­rer Gesamtheit) von ei­nem ma­ni­pu­lier­ten, al­so ge­stell­ten Verkehrsunfall aus­ging:

  • ge­schil­der­ter Unfallhergang eher un­ge­wöhn­lich
  • Unfallsituation mit ein­deu­ti­ger Haftungslage prä­sen­tiert
  • kein plau­si­bler Grund für das Befahren der Unfallörtlichkeit
  • an­geb­li­cher Unfallverursacher we­gen Betrugs vor­be­straft
  • Über sein Vermögen ist ein Insolvenzverfahren er­öff­net.
  • Sein Fahrzeug ist ge­least.
  • Abrechnung des Schadensfalles abs­trakt auf Gutachtenbasis
  • Ehemann der Klägerin ver­fügt über ei­ne Reparaturwerkstatt.
  • Fahrzeug weist be­reits meh­re­re Vorschäden auf.
  • Klägerin hat von den Unfällen an­geb­lich kei­ne Kenntnis.
  • Möglichkeiten zur Aufklärung des frag­li­chen Geschehens er­schwert bzw. ver­ei­telt
  • Kollision zwi­schen den Fahrzeugen läuft so ab, dass ei­ner­seits ein ho­her Sachschaden ent­steht und an­de­rer­seits ei­ne Gefährdung von Personen aus­ge­schlos­sen ist.
  • Halter der bei­den be­trof­fe­nen Fahrzeuge be­auf­tra­gen den­sel­ben Sachverständigen und die­sel­ben Prozessbevollmächtigten, ob­wohl sich die Beteiligten nicht ken­nen sol­len.

Über Alexander Gratz

Dipl. jur. Universität des Saarlandes

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