BGH: So prüft man den Vorsatz bei ei­ner Trunkenheitsfahrt!

In die­ser Entscheidung über die Revision ge­gen ein Urteil des LG Berlin hat­te der BGH Gelegenheit, zu den Voraussetzungen ei­ner vor­sätz­li­chen Trunkenheit im Verkehr und der da­zu bis­her er­gan­ge­nen Rechtsprechung Stellung zu neh­men. Denn sonst wird die Auslegung von § 316 StGB stark durch die OLG-Rechtsprechung ge­prägt. Nach die­ser Rechtsprechung ist ei­ne Blutalkoholkonzentration ober­halb der Grenze der ab­so­lu­ten Fahruntüchtigkeit ein star­kes Indiz für ein (be­dingt) vor­sätz­li­ches Handeln. Das nimmt der BGH hin, ver­bun­den mit dem Hinweis, dass der Tatrichter nach dem Grundsatz frei­er rich­ter­li­cher Beweiswürdigung die­ses Indiz (und eben kei­nen wis­sen­schaft­li­chen Erfahrungssatz da­hin­ge­hend) ne­ben an­de­ren in sei­ne Überzeugungsbildung ein­be­zie­hen muss. Jedoch ist dem BGH et­wa die Erwägung, er­gän­zen­de Feststellungen, um den Vorsatz zu be­grün­den, sei­en vor­nehm­lich im Bereich von 1,1 bis 2 ‰ not­wen­dig und näh­men mit stei­gen­der BAK “re­zi­prok” ab, zu sche­ma­tisch. Auch die Annahme, bei sehr ho­hen Blutalkoholwerten kön­ne der Vorsatz  we­gen ver­rin­ger­ter Erkenntnis- und Kritikfähigkeit wie­der ent­fal­len, lehnt er ab (Urteil vom 09.04.2015, Az. 4 StR 401/14).

I. Soweit für die Verurteilung im Fall II. 4. der Urteilsgründe von Bedeutung, hat das Landgericht fol­gen­de Feststellungen und Wertungen ge­trof­fen:

1. Am spä­ten Vormittag des 27. April 2013 hielt sich der al­ko­hol­kran­ke Angeklagte in er­heb­lich al­ko­ho­li­sier­tem Zustand auf dem Hofgelände des „R. “ in Berlin auf, wo sich vie­le Bars und Clubs be­fin­den. Nach ei­ner ver­ba­len Auseinandersetzung mit un­be­kannt ge­blie­be­nen Personen, bei der er sich bei 12 Grad Celsius Außentemperatur die Oberbekleidung vom Körper riss, setz­te sich der Angeklagte in ei­nen Pkw und fuhr mit die­sem ge­gen 11.30 Uhr mit nicht an­ge­pass­ter Geschwindigkeit mehr­fach über das pri­va­te Hofgelände, wo­bei er das Fahrzeug wie­der­holt mit Handbremsenkehren und quiet­schen­den Reifen wen­de­te. Dabei fuhr er auch auf den im Innern ei­nes ge­öff­ne­ten Werktores ste­hen­den Zeugen Z. zu. Obwohl die un­be­kannt ge­blie­be­ne Personengruppe ihn we­gen sei­ner Alkoholisierung mehr­fach auf­zu­hal­ten ver­such­te, ver­ließ der Angeklagte mit dem Pkw das Gelände und be­fuhr öf­fent­li­che Straßen, bis er durch Polizeibeamte ge­stoppt wer­den konn­te. Der Angeklagte wuss­te, dass er nicht im Besitz ei­ner Fahrerlaubnis war und nahm zu­min­dest bil­li­gend in Kauf, dass er in­fol­ge sei­ner al­ko­ho­li­schen Beeinflussung nicht in der Lage war, das Fahrzeug si­cher zu füh­ren. Eine ihm um 13.05 Uhr ent­nom­me­ne Blutprobe er­gab ei­ne Blutalkoholkonzentration von 1,24 ‰ und den Nachweis der Einnahme von Cannabinoiden. Er war auf­grund der Mischintoxikation ver­min­dert schuld­fä­hig.

2. Das Landgericht hat an­ge­nom­men, der Angeklagte ha­be hin­sicht­lich der ab­so­lu­ten Fahruntüchtigkeit zu­min­dest mit Eventualvorsatz ge­han­delt. Dies er­ge­be sich schon dar­aus, dass der Zeuge Z. aus­ge­sagt ha­be, die Personengruppe ha­be den Angeklagten ge­ra­de auch we­gen sei­ner deut­li­chen Alkoholisierung zum Anhalten und Aussteigen be­we­gen wol­len.

II. Die Beweiswürdigung zum be­ding­ten Vorsatz der Trunkenheitsfahrt hält der recht­li­chen Nachprüfung nicht stand; sie ist lü­cken­haft.

1. Ob der Täter des § 316 StGB be­ding­ten Vorsatz hin­sicht­lich der Fahruntüchtigkeit hat, rich­tet sich nach den all­ge­mei­nen Grundsätzen. Diese ver­lan­gen nach der stän­di­gen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, dass der Täter den Eintritt des tat­be­stand­li­chen Erfolges als mög­lich und nicht ganz fern­lie­gend er­kennt, fer­ner dass er ihn bil­ligt oder sich um des er­streb­ten Zieles wil­len zu­min­dest mit der Tatbestandsverwirklichung ab­fin­det (BGH, Urteil vom 9. Mai 1990 – 3 StR 112/90, BGHR StGB § 15 Vorsatz, be­ding­ter 7 mwN). Eine Bestrafung we­gen vor­sätz­li­cher Trunkenheit im Verkehr setzt da­her vor­aus, dass der Fahrzeugführer sei­ne al­ko­hol­be­ding­te Fahruntüchtigkeit kennt oder zu­min­dest mit ihr rech­net und sich da­mit ab­fin­det (vgl. nur Brandenburgisches OLG, Blutalkohol 50, 138 (2013); OLG Hamm, NZV 2005, 161, je­weils mwN; SSW-StGB/Ernemann, 2. Aufl., § 316 Rn. 32; LK-StGB/König, 12. Aufl., § 316 Rn. 186; Fischer, StGB, 62. Aufl., § 316 Rn. 44). Maßgeblich ist, ob der Fahrzeugführer ei­ne so gra­vie­ren­de Beeinträchtigung sei­ner Leistungsfähigkeit zu­min­dest für mög­lich hält und sich mit ihr ab­fin­det oder bil­li­gend in Kauf nimmt, dass er den im Verkehr zu stel­len­den Anforderungen nicht mehr ge­nügt (MüKo-StGB/Groeschke, 1. Aufl., § 316 Rn. 83). Absolute Grenzwerte müs­sen vom Vorsatz nicht um­fasst sein, da es sich bei ih­nen nicht um Tatbestandsmerkmale, son­dern um Beweisregeln han­delt (Groeschke aaO; eben­so SSW-StGB/Ernemann, 2. Aufl., § 316 Rn. 32; LK-StGB/König, 12. Aufl., § 316 Rn. 188).

2. Vom Vorliegen ei­nes be­ding­ten Vorsatzes muss sich der Tatrichter – wie vom Vorliegen der üb­ri­gen Tatbestandsmerkmale auch – auf der Grundlage ei­ner Gesamtschau al­ler ob­jek­ti­ven und sub­jek­ti­ven Tatumstände über­zeu­gen (§ 261 StPO). Dabei hat er in sei­ne Erwägungen auch die­je­ni­gen Umstände ein­zu­be­zie­hen, die sei­ne Überzeugung vom Vorliegen ei­nes be­ding­ten Vorsatzes in Frage stel­len könn­ten (st. Rspr.; vgl. nur Senatsurteil vom 22. März 2012 – 4 StR 558/11, BGHSt 57, 183, Tz. 33 mwN [zum be­ding­ten Tötungsvorsatz]). Andererseits ist er in die­sem Zusammenhang auch durch den Zweifelssatz nicht ge­hal­ten, zu Gunsten des Täters Tatvarianten zu un­ter­stel­len, für de­ren Vorliegen kei­ne zu­rei­chen­den tat­säch­li­chen Anhaltspunkte vor­han­den sind (vgl. nur BGH, Urteil vom 24. Januar 2008 – 5 StR 253/07, NStZ 2008, 575 mwN) oder auf die sich der Angeklagte selbst nicht be­ru­fen hat (Senatsurteile vom 12. Januar 2012 – 4 StR 499/11, Tz. 5 mwN; Urteil vom 11. April 2002 – 4 StR 585/01, NStZ-RR 2002, 243). Unter wel­chen Voraussetzungen er zu wel­cher Schlussfolgerung und Überzeugung kom­men muss, kann ihm nicht vor­ge­schrie­ben wer­den; an Beweisregeln ist er in­so­fern nicht ge­bun­den (BGH, Urteil vom 9. Februar 1957 – 2 StR 508/56, BGHSt 10, 208, 210; Senatsbeschluss vom 19. August 1993 – 4 StR 627/92, BGHSt 39, 291, 295). Dementsprechend ist auch die re­vi­si­ons­ge­richt­li­che Prüfung dar­auf be­schränkt, ob das Ergebnis des Tatrichters hin­sicht­lich der Annahme be­ding­ten Vorsatzes auf mög­li­chen Schlüssen be­ruht (SSW-StGB/Ernemann, 2. Aufl., § 316 Rn. 34). Nach Auffassung des Senats er­gibt sich dar­aus Folgendes:

3. Zwar gibt es kei­nen na­tur­wis­sen­schaft­lich oder me­di­zi­nisch ge­si­cher­ten Erfahrungssatz, dass der­je­ni­ge, der ei­ne Alkoholmenge trinkt, die zu ei­ner die Grenze der ab­so­lu­ten Fahruntüchtigkeit über­stei­gen­den Blutalkoholkonzentration führt, sei­ne Fahruntüchtigkeit auch er­kennt (Senatsbeschluss vom 25. August 1983 – 4 StR 452/83, VRS 65, 359; KG Berlin, VRS 126, 95; Brandenburgisches OLG, Blutalkohol 50, 138 (2013); Blutalkohol 47, 426 (2010); VRS 117, 195 (2009); OLG Hamm, Blutalkohol 49, 164 (2012); VRS 107, 431 (2004); NZV 1999, 92; OLG Düsseldorf, Blutalkohol 47, 428 (2010); OLG Stuttgart, NStZ-RR 2011, 187; Blutalkohol 47, 139 (2010); OLG Köln, DAR 1999, 88; DAR 1997, 499; in ei­ner nicht tra­gen­den Erwägung ab­wei­chend OLG Celle, NZV 2014, 283). Bei Prüfung der Frage, ob ein Fahrzeugführer den Tatbestand des § 316 StGB be­dingt vor­sätz­lich ver­wirk­licht hat, ist aber ei­ne sol­che Blutalkoholkonzentration ein ge­wich­ti­ges Beweisanzeichen für das Vorliegen vor­sätz­li­chen Handelns. Diese in Rechtsprechung und Schrifttum (ein­ge­hen­de Nachweise bei LK-StGB/König, 12. Aufl., § 316 Rn. 191 ff.) na­he­zu ein­hel­lig ver­tre­te­ne Auffassung än­dert aber nichts an der Geltung des Grundsatzes der frei­en rich­ter­li­chen Beweiswürdigung ge­mäß § 261 StPO, wo­nach der Tatrichter den Grad der Alkoholisierung mit dem ihm zu­kom­men­den Gewicht – für sich ge­nom­men oder zu­sam­men mit an­de­ren Indizien – in sei­ne Überzeugungsbildung vom Vorliegen be­dingt vor­sätz­li­chen oder fahr­läs­si­gen Handelns ein­zu­be­zie­hen hat.

Der Tatrichter ist des­halb durch § 261 StPO nicht ge­hin­dert an­zu­neh­men, dass ei­ne Blutalkoholkonzentration um­so eher für ei­ne vor­sätz­li­che Tat spricht, je hö­her sie ist (vgl. BGH, Beschluss vom 25. August 1983 – 4 StR 452/83, VRS 65, 359, 361). Er muss sich je­doch be­wusst sein, dass er sich le­dig­lich auf ein (wi­der­leg­ba­res) Indiz stützt, das zwar ge­wich­tig ist, aber im Einzelfall der er­gän­zen­den Berücksichtigung an­de­rer Beweisumstände be­dür­fen kann. Will er die Annahme be­ding­ten Vorsatzes da­mit be­grün­den, dass ein Täter mit ei­ner ho­hen Blutalkoholkonzentration im Allgemeinen weiß, dass er gro­ße Mengen Alkohol ge­trun­ken hat, so dass sich ihm die Möglichkeit ei­ner Fahruntüchtigkeit auf­drängt, muss er er­ken­nen las­sen, dass er le­dig­lich ei­nen Erfahrungssatz mit ei­ner im kon­kre­ten Fall wi­der­leg­ba­ren Wahrscheinlichkeitsaussage zur Anwendung bringt, nicht aber ei­nen wis­sen­schaft­li­chen Erfahrungssatz (vgl. da­zu BGH, Beschluss vom 4. März 1988 – 3 StR 518/87, BGHR StPO § 261 Erfahrungssatz 2). Es ist des­halb ei­ner­seits nicht aus­ge­schlos­sen, dass der Vorwurf be­dingt vor­sätz­li­chen Handelns trotz Aufnahme ei­ner er­heb­li­chen Alkoholmenge im kon­kre­ten Fall – et­wa we­gen ei­nes län­ger zu­rück­lie­gen­den Zeitraums der Alkoholaufnahme oder bei Konsum von Mixgetränken mit un­be­kann­tem Alkoholanteil – als ent­kräf­tet an­ge­se­hen wer­den kann (vgl. Senatsbeschluss vom 15. November 1990 – 4 StR 486/90, NZV 1991, 117 [BAK von 2,4 ‰ bei Entschluss zur Fahrt]; vgl. zur Erforderlichkeit von Feststellungen zu Trinkverlauf und Trinkende auch Senatsbeschluss vom 23. September 2006 – 4 StR 322/06, Blutalkohol 44, 35 (2007)). Andererseits kann – wenn kei­ne Besonderheiten vor­lie­gen – auch im Einzelfall schon al­lein die die Aufnahme ei­ner die Grenze zur ab­so­lu­ten Fahruntüchtigkeit von 1,1 ‰ nur knapp über­schrei­ten­den Alkoholmenge dem Tatrichter die Überzeugung von ei­ner vor­sätz­li­chen Tatbegehung ver­schaf­fen (vgl. OLG Koblenz, NZV 2008, 304; 2001, 357 m. Anm. Scheffler, Blutalkohol 38, 468 (2001); OLG Celle, NZV 2014, 283; OLG Düsseldorf, NZV 1994, 367; vgl. auch Senatsbeschluss vom 25. August 1983 – 4 StR 452/83, VRS 65, 359, 361). Schematische Erwägungen der ober­ge­richt­li­chen Rechtsprechung et­wa da­hin, die Notwendigkeit er­gän­zen­der Feststellungen zur Begründung des be­ding­ten Vorsatzes be­stehe vor­nehm­lich im Bereich von Blutalkoholkonzentrationen zwi­schen 1,10 und 2,00 ‰ und neh­me da­her mit der Höhe der fest­ge­stell­ten BAK „re­zi­prok“ ab (so OLG Düsseldorf, NZV 1994, 367), ver­mö­gen, zu­mal sie in die­ser Allgemeinheit nicht zu­tref­fen, die Würdigung der Beweisanzeichen des kon­kre­ten Einzelfalles nicht zu er­set­zen.

4. Nicht ver­ein­bar mit den vor­ge­nann­ten Grundsätzen ist fer­ner die ober­ge­richt­li­che Rechtsprechung, so­weit sie an­nimmt, bei weit über dem Grenzwert zur ab­so­lu­ten Fahruntüchtigkeit lie­gen­den Blutalkoholwerten ver­rin­ge­re sich die Erkenntnis- und Kritikfähigkeit in ei­ner den Vorsatz aus­schlie­ßen­den Weise und es tre­te (er­neut) vor­satz­aus­schlie­ßen­der Glaube an die Fahrtüchtigkeit ein (so et­wa KG Berlin, NStZ-RR 2015, 91; 2014, 321; Brandenburgisches OLG, Blutalkohol 47, 33 (2010); OLG Zweibrücken, Blutalkohol 37, 191 (2000); OLG Hamm, NZV 1999, 92). Denn die­se Auffassung be­ruht auf ei­nem nicht vor­han­de­nen Erfahrungssatz (OLG Düsseldorf, NZV 1994, 367, 368; Nehm, Festschrift Salger 1995, S. 115, 118 f.; Tolksdorf, 33. VGT 1995, S. 79, 82). Vielmehr be­sei­tigt ei­ne bei stei­gen­der Blutalkoholkonzentration mög­li­cher­wei­se ein­tre­ten­de Selbstüberschätzung der ei­ge­nen Leistungsfähigkeit nicht die Kenntnis, ei­ne gro­ße Menge Alkohol im Blut zu ha­ben und nach den gel­ten­den Regeln des­halb nicht mehr fah­ren zu dür­fen. Dass bei Blutalkoholkonzentrationen von mehr als 2 ‰ die Steuerungsfähigkeit bzw. das Hemmungsvermögen er­heb­lich her­ab­ge­setzt sein kann, än­dert da­her re­gel­mä­ßig nichts an der für den Vorsatz al­lein maß­geb­li­chen Einsicht, dass das Fahren im öf­fent­li­chen Verkehr in die­sem Zustand ver­bo­ten ist. Dass der Fahruntüchtige mög­li­cher­wei­se hofft, die vor­ge­se­he­ne Fahrstrecke un­fall­frei be­wäl­ti­gen zu kön­nen, lässt den Vorsatz un­be­rührt. Erst wenn durch den Grad der Trunkenheit die Einsichtsfähigkeit nach­hal­tig be­ein­träch­tigt ist, kommt ein Vorsatzausschluss in Betracht.

5. Gemessen dar­an hat die Strafkammer ih­re Überzeugung vom Vorliegen be­ding­ten Vorsatzes hin­sicht­lich der al­ko­hol­be­ding­ten Fahruntüchtigkeit nicht hin­rei­chend be­grün­det.

a) Zwar spricht die fest­ge­stell­te Alkoholisierung von 1,24 ‰ grund­sätz­lich für die Kenntnis des Angeklagten von sei­ner Fahruntüchtigkeit. Indes schließt die Strafkammer die Feststellung, dass der Angeklagte mit zu­min­dest be­ding­tem Vorsatz ge­han­delt hat, al­lein aus dem Umstand, dass die Personengruppe den Angeklagten we­gen sei­ner deut­li­chen Alkoholisierung zum Anhalten und Aussteigen zu be­we­gen ver­sucht ha­be. Das Urteil ent­hält aber kei­ner­lei Feststellungen da­zu, dass der Angeklagte die­se Anhalteversuche über­haupt be­merkt und den Grund hier­für er­kannt hat. Zum Trinkverlauf und ins­be­son­de­re zum Trinkende hat das Landgericht kei­ne Feststellungen ge­trof­fen, ob­wohl die­se an­ge­sichts der fest­ge­stell­ten Tatzeit von Bedeutung sein konn­ten. Auch das sonst auf­fäl­li­ge Verhalten des Angeklagten hat das Landgericht zur Begründung des Vorsatzes nicht her­an­ge­zo­gen. Daher er­weist sich die Beweiswürdigung als lücken- und da­mit rechts­feh­ler­haft.

Über Alexander Gratz

Dipl. jur. Universität des Saarlandes

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