Jäger schleift to­tes Reh hin­ter Auto her, Redakteur we­gen Beleidigung ver­ur­teilt - “Rabaukenurteil” ist da

Amanda77, Wikimedia Commons
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Verschiedene Seiten ha­ben die­sen Fall schon vor ei­ni­gen Wochen auf­ge­grif­fen, nun liegt mir das Urteil mit Begründung vor: Der (ge­schä­dig­te) Jäger aus Mecklenburg-Vorpommern hat­te im ver­gan­ge­nen Jahr ein Reh, das bei ei­nem Unfall auf ei­ner Landstraße ge­tö­tet wor­den war, mit ei­nem Seil an der Anhängerkupplung sei­nes Pkw be­fes­tigt und bis zu ei­ner Abzweigung über die Straße ge­zo­gen. Der Angeklagte hat­te als Redakteur ei­nen Artikel ver­fasst, in dem er den Geschädigten in der Überschrift und im Text als “Rabaukenjäger” be­zeich­ne­te. Der Artikel wur­de in ei­ner Zeitung ver­öf­fent­licht. Das AG Pasewalk (Urteil vom 20.05.2015, Az. 305 Cs 70/15, PDF-Download) ist nun der Auffassung, die Meinungsfreiheit des Angeklagten ha­be hin­ter den Persönlichkeitsschutz des Jägers zu­rück­zu­tre­ten und hat den Angeklagten we­gen Beleidigung zu ei­ner Geldstrafe in Höhe von 20 Tagessätzen ver­ur­teilt. Das Urteil ist nicht rechts­kräf­tig.

Über Alexander Gratz

Dipl. jur. Universität des Saarlandes

2 Kommentare zu “Jäger schleift to­tes Reh hin­ter Auto her, Redakteur we­gen Beleidigung ver­ur­teilt - “Rabaukenurteil” ist da

  1. Nomen est omen. Wie der Franzose so schön sagt.

    Wer möch­te schon ger­ne als Rabaukenjäger ge­nannt wer­den.
    Nicht ver­ges­sen, das Reh war schon tot, da­mit hat der Jäger nichts zu tun.

  2. Pingback: Selbstleseverfahren, Band 117 - Strafakte.de

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