AG Brandenburg: Nach fach­ge­rech­ter Reparatur kei­ne fik­ti­ve Abrechnung der Beilackierung

Tim Reckmann / pixelio.de
Tim Reckmann / pixelio.de

Die Beklagten haf­ten ge­gen­über dem Kläger dem Grunde nach aus ei­nem Verkehrsunfall. Dieser hat sein Fahrzeug fach­ge­recht re­pa­rie­ren las­sen, was ei­ne Beilackierung ein­ge­schlos­sen hat. Nun ver­langt er u. a. auch die dar­über hin­aus­ge­hen­den fik­ti­ven Kosten für ei­ne Beilackierung ge­mäß Gutachten. Laut AG Brandenburg kann in ei­nem sol­chen Fall nur auf Grundlage der (preis­wer­te­ren) Reparatur ab­ge­rech­net wer­den. Die ge­mäß Sachverständigengutachten zur Wiederherstellung “er­for­der­li­chen” Kosten sei­en durch die kos­ten­güns­ti­ge­re, fach­ge­rech­te Reparatur wi­der­legt. Eine an­de­re Einschätzung sei auch nicht mit dem Bereicherungsverbot ver­ein­bar, denn der Geschädigte wür­de dann an dem Schadensfall “ver­die­nen” (Urteil vom 08.01.2016, Az. 31 C 111/15).

Wer – wie hier die Beklagten – zum Schadensersatz ver­pflich­tet ist, hat ge­mäß § 249 Abs. 1 BGB den Zustand wie­der her­zu­stel­len, der be­stehen wür­de, wenn der zum Ersatz ver­pflich­ten­de Umstand (hier der Verkehrsunfall) nicht ein­ge­tre­ten wä­re. Der Geschädigte ist hier­bei so­wohl in der Wahl der Mittel zur Schadensbehebung als auch in der Verwendung des Schadensersatzes frei. Deshalb ist es grund­sätz­li­ch auch un­er­heb­li­ch, ob der Geschädigte sein Kraftfahrzeug voll, min­der­wer­tig oder über­haupt nicht re­pa­rie­ren lässt (BGH, Urteil vom 29.04.2003, Az.: VI ZR 398/02, u.a. in: NZV 2003, Seite 372).

Ist ein Kraftfahrzeug bei ei­nem Unfall be­schä­digt wor­den, so kann der Geschädigte von dem er­satz­pflich­ti­gen Schädiger so­mit statt der Herstellung durch die­sen auch den zur Herstellung er­for­der­li­chen Netto-Geldbetrag (oh­ne die Umsatzsteuer) ver­lan­gen (§ 249 BGB). Der zur Herstellung er­for­der­li­che Geldbetrag be­misst si­ch in­so­fern dann da­na­ch, was vom Standpunkt ei­nes ver­stän­di­gen, wirt­schaft­li­ch den­ken­den Eigentümers in der Lage des Geschädigten für die Instandsetzung des Fahrzeuges zweck­mä­ßig und an­ge­mes­sen er­scheint. Der Umfang der von ei­nem Schädiger zu er­set­zen­den fik­ti­ven Reparaturkosten – so wie hier von der Klägerseite be­gehrt – rich­tet si­ch dann nach dem Betrag, der für ei­ne Naturalrestitution „er­for­der­li­ch“ im Sinne des § 249 Abs. 2 Satz 1 BGB ist.

Insofern – nun­mehr – un­strei­tig steht dem Kläger ge­gen­über den Beklagten als Gesamtschuldnern hier jetzt auch no­ch ein Anspruch auf Erstattung der Reparaturkosten in Höhe von wei­te­ren 152,14 Euro zu.

Zur sub­stan­ti­ier­ten Darlegung des – vor­lie­gend so­mit jetzt nur no­ch strei­ti­gen – Betrages der Reparaturkosten in Höhe von 167,23 Euro hat der Geschädigte grund­sätz­li­ch aber ver­schie­de­ne Möglichkeiten. Er kann si­ch ent­we­der auf das Gutachten ei­nes Sachverständigen (BGH, Urteil vom 11.11.2015, Az.: IV ZR 426/14, u.a. in: BeckRS 2015, Nr.: 19666; BGH, Urteil vom 28.04.2015, Az.: VI ZR 267/14, u.a. in: NZV 2015, Seite 431; BGH, NZV 2015, Seite 182; BGH, NJW 2010, Seite 2727; BGH, NJW 2010, Seite 2725; BGH, NJW 2010, Seite 606; BGH, Urteil vom 29.04.2003, Az.: VI ZR 398/02, u.a. in: NZV 2003, Seite 372; BGH, NJW 1985, Seite 1222; BGH, NJW 1973, Seite 1647; Grüneberg, in: Palandt, BGB-Kommentar, 75. Aufl. 2016, § 249 BGB, Rn 14; Allendorf, NZV 2014, Seiten 340 f.) oder aber so­gar – bei ein­fach ge­la­ger­ten Sachverhalten – auf den Kostenvoranschlag ei­ner Kfz.-Fachwerkstatt stüt­zen (LG Berlin, DAR 2000, Seite 361 = ZfSch 2001, Seiten 85 f. = VersR 2002, Seite 333; LG Bonn, DAR 1997, Seite 74; LG Berlin, DAR 1998, Seiten 354 f. = Schaden-Praxis 1998, Seiten 424 f.; AG Bernau, Urteil vom 07.04.2011, Az.: 10 C 709/10, u.a. in: “ju­ris”; AG Kiel, DAR 1997, Seiten 159 f.; AG Würzburg, VersR 1982, Seite 987 = ZfSch 1982, Seite 364).

Zwar bleibt es dem Schädiger un­be­nom­men, die Erforderlichkeit der dort an­ge­führ­ten Reparaturen so­wie die Höhe der Aufwendungen zu be­strei­ten; nur wenn ihm aber der ent­spre­chen­de Nachweis auch ge­lingt, ist der Ersatzanspruch – auch bei ei­ner fik­ti­ven Abrechnung – auf die kos­ten­güns­ti­ge­re Reparaturmöglichkeit be­schränkt, da das Sachverständigengutachten bzw. der Kostenvoranschlag le­dig­li­ch Anhaltspunkte für den tat­säch­li­ch „er­for­der­li­chen“ Herstellungsaufwand lie­fern, oh­ne dem Schädiger ei­ne Widerlegung zu ver­schlie­ßen.

Im Übrigen ist un­ter dem Gesichtspunkt der Schadensminderungspflicht ge­mäß § 254 Abs. 2 BGB ein Verweis des Schädigers auf ei­ne güns­ti­ge­re Reparaturmöglichkeit in ei­ner mü­he­los und oh­ne Weiteres zu­gäng­li­chen „frei­en Fachwerkstatt“ nur mög­li­ch, wenn der Schädiger dar­legt und ge­ge­be­nen­falls be­weist, dass ei­ne Reparatur in die­ser Werkstatt vom Qualitätsstandard her der Reparatur in ei­ner mar­ken­ge­bun­de­nen Fachwerkstatt ent­spricht und wenn er ge­ge­be­nen­falls vom Geschädigten auf­ge­zeig­te Umstände wi­der­legt, die die­sem ei­ne Reparatur au­ßer­halb der mar­ken­ge­bun­de­nen Fachwerkstatt un­zu­mut­bar ma­chen (BGH, Urteil vom 28.04.2015, Az.: VI ZR 267/14, u.a. in: NZV 2015, Seite 431 BGH, NJW 2014, Seite 3236; BGH, NJW 2013, Seite 2817; BGH, NJW 2010, Seite 2941; BGH, NJW 2010, Seite 2727; BGH, NJW 2010, Seite 2725; BGH, NJW 2010, Seite 2118; BGH, NJW 2010, Seite 606). Unzumutbar ist ei­ne Reparatur in ei­ner „frei­en Fachwerkstatt“ für ei­nen Geschädigten im Allgemeinen aber be­reits dann, wenn das be­schä­dig­te Fahrzeug im Unfallzeitpunkt nicht äl­ter als drei Jahre war.

Aber auch bei Kraftfahrzeugen, die – wie das hie­si­ge Fahrzeug des Klägers – äl­ter sind als drei Jahre, kann es für den Geschädigten un­zu­mut­bar sein, si­ch auf ei­ne tech­ni­sch gleich­wer­ti­ge Reparaturmöglichkeit au­ßer­halb der mar­ken­ge­bun­de­nen Fachwerkstatt ver­wei­sen zu las­sen. Dies kann ins­be­son­de­re dann der Fall sein, wenn der Geschädigte sein Fahrzeug bis­her stets in ei­ner mar­ken­ge­bun­de­nen Fachwerkstatt hat war­ten und re­pa­rie­ren las­sen (BGH, Urteil vom 28.04.2015, Az.: VI ZR 267/14, u.a. in: NZV 2015, Seite 431 BGH, NJW 2010, Seite 2941; BGH, NJW 2010, Seite 2727).

Unzumutbar ist ei­ne Reparatur in ei­ner „frei­en Fachwerkstatt“ für den Geschädigten aber auch dann, wenn sie nur des­halb kos­ten­güns­ti­ger ist, weil ihr nicht die (markt-)üblichen Preise die­ser Werkstatt, son­dern auf ver­trag­li­chen Vereinbarungen mit dem Haftpflichtversicherer des Schädigers be­ru­hen­de Sonderkonditionen zu Grunde lie­gen, da an­dern­falls die dem Geschädigten nach § 249 Abs. 2 BGB zu­ste­hen­de Ersetzungsbefugnis un­ter­lau­fen wür­de, die ihm die Möglichkeit der Schadensbehebung in ei­ge­ner Regie er­öff­net und ihn da­von be­freit, die be­schä­dig­te Sache dem Schädiger oder ei­ner von ihm aus­ge­wähl­ten Person zur Reparatur an­ver­trau­en zu müs­sen (BGH, Urteil vom 28.04.2015, Az.: VI ZR 267/14, u.a. in: NZV 2015, Seite 431 BGH, NJW 2014, Seite 2874; BGH, NJW 2010, Seite 2727; BGH, BGHZ Band 183, Seiten 21 f.).

Will der Schädiger den ge­schä­dig­ten Kläger un­ter dem Gesichtspunkt der Schadenminderungspflicht auf ei­ne güns­ti­ge­re Reparaturmöglichkeit in ei­ner „frei­en Kfz-Werkstatt“ ver­wei­sen, so ge­nügt im Übrigen nicht nur der abs­trak­te Hinweis hier­auf, son­dern not­wen­dig ist die kon­kre­te Darlegung und der kon­kre­te Beweis, dass die güns­ti­ge­re Reparaturmöglichkeit dem Geschädigten mü­he­los und oh­ne wei­te­res zu­gäng­li­ch ist und, dass die vom Schädiger be­nann­te Werkstatt tat­säch­li­ch im kon­kre­ten Fall zur Reparatur zu den vom Schädiger ge­nann­ten Preisen be­reit ge­we­sen wä­re (LG Memmingen, Urteil vom 25.02.2015, Az.: 11 S 1713/14, u.a. in: Schaden-Praxis 2015, Seiten 301 f.).

Dies hat die Beklagtenseite vor­lie­gend aber ge­ra­de nicht ge­tan, so dass aus die­sen Gründen der hie­si­ge Kläger von der Beklagtenseite auch nicht auf güns­ti­ge­re Reparaturmöglichkeiten bei ei­ner an­de­ren Kfz-Werkstatt ver­wie­sen wer­den konn­te.

In der Rechtsprechung ist – so­weit hier er­sicht­li­ch – im Übrigen zwar um­strit­ten, ob die Kosten in Höhe von 167,23 Euro für die hier in­so­fern strei­ti­ge Beilackierung auch bei ei­ner fik­ti­ven Abrechnung auf Gutachterbasis zu er­set­zen sind, wenn der Sachverständige sie in sei­nem Gutachten aus­weist und er sie für not­wen­dig er­ach­tet (für ei­ne fik­ti­ve Erstattung: OLG Düsseldorf, Urteil vom 27.03.2012, Az.: I-1 U 139/11, u.a. in: NJW 2012, Seiten 2044 ff. = Schaden-Praxis 2012, Seiten 323 f.; LG Frankfurt/Main, Urteil vom 27.09.2012, Az.: 2-23 O 99/12, u.a. in: DV 2013, Seiten 96 f.; AG Stuttgart-Bad Cannstatt, Urteil vom 01.07.2015, Az.: 4 C 1052/14, u.a. in: BeckRS 2015, Nr.: 19192; AG München, Urteil vom 11.06.2015, Az.: 332 C 9334/15, u.a. in: BeckRS 2015, Nr.: 12729; AG Lübeck, Urteil vom 12.05.2015, Az.: 30 C 79/14, u.a. in: Schaden-Praxis 2015, Seiten 302 f.; AG Berlin-Mitte, Schaden-Praxis 2015, Seiten 268 f.; AG Aachen, Urteil vom 01.12.2014, Az.: 102 C 168/13, u.a. in: BeckRS 2015, Nr.: 06421; AG Bad Oeynhausen, Urteil vom 04.09.2014, Az.: 18 C 364/13, u.a. in: „ju­ris“; AG Mannheim, Schaden-Praxis 2014, Seite 165; AG Herne, Urteil vom 21.11.2013, Az.: 20 C 35/13, u.a. in: Schaden-Praxis 2015, Seiten 13 f.; AG Dortmund, Urteil vom 31.01.2014, Az.: 436 C 1027/13, u.a. in: Schaden-Praxis 2014, Seiten 341 f.; AG Gummersbach, Urteil vom 19.10.2011, Az.: 16 C 12/10, u.a. in: „ju­ris“; AG Aachen, Urteil vom 11.08.2011, Az.: 100 C 8/11, u.a. in: „ju­ris“; ge­gen ei­ne fik­ti­ve Erstattung: OLG Saarbrücken, Urteil vom 08.05.2014, Az.: 4 U 61/13, u.a. in: Schaden-Praxis 2015, Seiten 49 f. LG Essen, Urteil vom 03.09.2014, Az.: 10 S 234/14, u.a. in: Schaden-Praxis 2014, Seite 412; LG Bielefeld, Beschluss vom 19.05.2014, Az.: 20 S 109/13, u.a. in: BeckRS 2014, Nr.: 23621 = „ju­ris“; LG Berlin, Urteil vom 23.08.2012, Az.: 44 O 262/11, u.a. in: „ju­ris“; AG Bochum, Urteil vom 21.10.2014, Az.: 40 C 325/13, u.a. in: Schaden-Praxis 2015, Seite 158).

Ein Geschädigter kann aber in der Regel den Ersatz der Kosten ei­ner Beilackierung dann vom Schädiger – bzw. des­sen Versicherer – be­an­spru­chen, wenn si­ch die­se Beilackierung – so wie auch hier – bei ei­ner kon­kret durch­ge­führ­ten Reparatur tat­säch­li­ch als not­wen­dig er­wie­sen hat und der Geschädigte die Beilackierungs-Kosten dann auch kon­kret gel­tend macht (LG Essen, Beschluss vom 03.09.2014, Az.: 10 S 234/14, u.a. in: Schaden-Praxis 2014, Seite 412; LG Bielefeld, Beschluss vom 19.05.2014, Az.: 20 S 109/13, u.a. in: BeckRS 2014, Nr.: 23621 = „ju­ris“; LG Berlin, Urteil vom 23.08.2012, Az.: 44 O 262/11, u.a. in: „ju­ris“; LG Kiel, Beschluss vom 15.02.2010, Az.: 1 S 107/09, u.a. in: DAR 2010, Seiten 270 f.; AG Salzgitter, Urteil vom 14.10.2015, Az.: 22 C 57/15, u.a. in: BeckRS 2015, Nr.: 17653; AG Aachen, Urteil vom 01.12.2014, Az.: 102 C 168/13, u.a. in: Schaden-Praxis 2015, Seiten 88 f.; AG Paderborn, Urteil vom 14.11.2014, Az.: 50 C 169/14, u.a. in: BeckRS 2014, Nr.: 23650 = „ju­ris“; AG Bochum, Schaden-Praxis 2015, Seite 158; AG Dortmund, Schaden-Praxis 2014, Seite 307; AG Aachen, Urteil vom 11.12.2013, Az.: 101 C 65/12, u.a. in: „ju­ris“; AG Bünden, Schaden-Praxis 2014, Seiten 412 f.; AG Berlin-Mitte, Urteil vom 19.02.2013, Az.: 107 C 3248/12; AG Essen, Urteil vom 10.07.2012, Az.: 11 C 151/12, u.a. in: Schaden-Praxis 2013, Seite 81; AG Gummersbach, Urteil vom 03.02.2012, Az.: 11 C 392/11 u.a. in: Schaden-Praxis 2012, Seite 262; AG Neuss, Urteil vom 23.08.2011, Az.: 75 C 1250/11, u.a. in: Schaden-Praxis 2012, Seiten 154 f.; AG Düsseldorf, Urteil vom 22.03.2011, Az.: 52 C 10941/10, u.a. in: Schaden-Praxis 2011, Seite 450; AG Eschweiler, Urteil vom 07.03.2006, Az.: 21 C 14/06, u.a. in: Schaden-Praxis 2006, Seite 249), so dass der Kläger vor­lie­gend auf­grund der – ent­spre­chend dem Nachtrag des Sachverständigen vom 27.11.2013 – fach­ge­recht durch­ge­führ­ten Reparatur sei­nes Kraftfahrzeugs so­mit vor­lie­gend grund­sätz­li­ch auch kon­kret der Höhe nach ab­ge­rech­ne­ten Kosten für ei­ne Beilackierung hier hät­te gel­tend ma­chen kön­nen.

Jedoch kann si­ch der Schädiger – bzw. des­sen Versicherer – zur Widerlegung der in ei­nem Sachverständigengutachten als „er­for­der­li­ch“ an­ge­se­he­nen Kosten (d.h. auch hin­sicht­li­ch der Kosten ei­ner Beilackierung) auch auf die tat­säch­li­ch nur ent­stan­de­nen Aufwendungen der kon­kret er­folg­ten Kfz-Reparatur be­ru­fen, wenn die­se Kfz-Reparatur den Schaden voll­stän­dig und fach­ge­recht – so wie hier un­strei­tig – be­ho­ben hat (BGH, Urteil vom 03.12.2013, Az.: VI ZR 24/13, u.a. in: NJW 2014, Seiten 535 f.; OLG Köln, Urteil vom 22.04.2015, Az.: I-11 U 94/14, u.a. in: NJW 2015, Seiten 2046 f.; OLG Stuttgart, Urteil vom 30.06.2014, Az.: 5 U 28/14, u.a. in: NJW 2014, Seiten 3317 f.; AG Bad Segeberg, Urteil vom 30.10.2014, Az.: 17 C 65/14, u.a. in: „ju­ris“; Woitkewitsch, MDR 2015, Seiten 61 f.; Wenker, jurisPR-VerkR 5/2014 Anm. 1).

Hier hat die Klägerseite aber so­gar selbst vor­ge­tra­gen und zu­dem auch durch den Nachtrag des Sachverständigen vom 27.11.2013 – Anlage K 3 (Blatt 15 der Akte) – be­legt, dass der Unfallschaden fach­ge­recht in­stand­ge­setzt wur­de, mit­hin auch die Beilackierung tat­säch­li­ch er­folgt ist.

In ei­nem der­ar­ti­gen Fall ist dann aber aus­schließ­li­ch der hier­für auf­ge­wand­te, kon­kre­te Geldbetrag „er­for­der­li­ch“ im Sinne des § 249 BGB. Lässt der Geschädigte näm­li­ch die Schäden tat­säch­li­ch und voll­stän­dig be­sei­ti­gen, so kann er den Schaden nicht mehr fik­tiv auf der Grundlage ei­nes Sachverständigengutachtens, son­dern nur nach dem tat­säch­li­ch an­ge­fal­le­nen Kostenaufwand ab­rech­nen. Es ver­steht si­ch so­mit in die­sem Fall von selbst, dass dann nur auf der Grundlage der preis­wer­te­ren Reparatur ab­zu­rech­nen ist (BGH, Urteil vom 03.12.2013, Az.: VI ZR 24/13, u.a. in: NJW 2014, Seiten 535 f.; OLG Köln, Urteil vom 22.04.2015, Az.: I-11 U 94/14, u.a. in: NJW 2015, Seiten 2046 f.; OLG Stuttgart, Urteil vom 30.06.2014, Az.: 5 U 28/14, u.a. in: NJW 2014, Seiten 3317 f.; AG Bad Segeberg, Urteil vom 30.10.2014, Az.: 17 C 65/14, u.a. in: „ju­ris“; Woitkewitsch, MDR 2015, Seiten 61 f.; Wenker, jurisPR-VerkR 5/2014 Anm. 1).

Ein Verweis der Beklagtenseite dar­auf ist dann no­ch nicht ein­mal er­for­der­li­ch, weil der ge­schä­dig­te Kläger die Möglichkeit ei­ner voll­stän­di­gen und fach­ge­rech­ten, aber preis­wer­te­ren Reparatur hier selbst dar­legt und so­gar un­strei­tig wahr­ge­nom­men hat. Der Vortrag des hier ge­schä­dig­ten Klägers, dass trotz­dem der vom Sachverständigen an­ge­ge­be­ne Betrag zur Herstellung er­for­der­li­ch ge­we­sen sei, ist dann aber un­schlüs­sig. Eine ab­wei­chen­de Betrachtung wür­de näm­li­ch da­zu füh­ren, dass der Kläger an dem Schadensfall „ver­dient“, was je­doch dem Verbot wi­der­sprä­che, si­ch durch Schadensersatz zu be­rei­chern. Das Wahlrecht des Geschädigten fin­det näm­li­ch sei­ne Schranke in dem Verbot, si­ch durch Schadensersatz zu „be­rei­chern“. Denn auch wenn er vol­len Ersatz ver­lan­gen kann, soll er an dem Schadensfall nicht no­ch „ver­die­nen“ (BGH, Urteil vom 03.12.2013, Az.: VI ZR 24/13, u.a. in: NJW 2014, Seiten 535 f.; BGH, NJW 2013, Seite 1151; BGH, NJW 2012, Seite 50; BGH, NJW 2010, Seiten 2121 f.; BGH, NJW 2009, Seite 3713; BGH, NJW 2007, Seite 1674; BGH, NJW 2005, Seite 2541; BGH, NJW 2005, Seiten 1108 ff.; BGH, NJW 2005, Seiten 1110 f.; BGH, NJW 2003, 2085 f.; BGH, NJW 2003, Seiten 2086 ff.; BGH, NJW 2000, Seite 800; BGH, NJW 1994, Seiten 999 f.; BGH, NJW 1992, Seiten 1618 ff.; BGH, NJW 1992, Seiten 903 f.; BGH, NJW 1992, Seite 305; BGH, NJW 1992, Seite 302; BGH, BGHZ Band 66, Seiten 239 ff.; BGH, BGHZ Band 63, Seiten 295 ff.; BGH, BGHZ Band 63, Seiten 182 ff.; BGH, BGHZ Band 61, Seiten 346 ff.; BGH, NJW-RR 1986, Seite 875; BGH, VersR 1982, Seiten 548 f.; BGH, VersR 1976, Seiten 732 ff.; BGH, VersR 1972, Seiten 1024 f.; BGH, VersR 1961, Seiten 707 f.; OLG Köln, Urteil vom 22.04.2015, Az.: I-11 U 94/14, u.a. in: NJW 2015, Seiten 2046 f.; OLG Stuttgart, Urteil vom 30.06.2014, Az.: 5 U 28/14, u.a. in: NJW 2014, Seiten 3317 f.; AG Bad Segeberg, Urteil vom 30.10.2014, Az.: 17 C 65/14, u.a. in: „ju­ris“; AG Brandenburg an der Havel, Urteil vom 18.07.2012, Az.: 31 C 211/10, u.a. in: SVR 2012, Seiten 425 f. = BeckRS 2012, Nr.: 16011 = ADAJUR Dok.Nr.: 99890 = „ju­ris“).

Deshalb be­läuft si­ch auch im Rahmen der hier fik­tiv er­folg­ten Abrechnung der zur Herstellung er­for­der­li­che Geldbetrag auf die tat­säch­li­ch nur an­ge­fal­le­nen Bruttokosten der Reparatur, wenn der ge­schä­dig­te Kläger sei­nen Kraftfahrzeugsachschaden sach- und fach­ge­recht in dem Umfang re­pa­rie­ren lässt, den der Sachverständige für not­wen­dig ge­hal­ten hat, und die von der be­auf­trag­ten Kfz-Werkstatt be­rech­ne­ten Reparaturkosten die von dem Sachverständigen an­ge­setz­ten Kosten un­ter­schrei­ten.

Der ge­schä­dig­te Kläger hat so­mit hier aus die­sem Grunde auch kei­nen Anspruch auf Zahlung des vom Sachverständigen in sei­nem Gutachten vom 30.10.2013 an­ge­setz­ten Betrags von ins­ge­samt 1.448,02 Euro net­to (ggf. so­gar no­ch zu­züg­li­ch der tat­säch­li­ch ge­zahl­ten Umsatzsteuer), da die­ser Betrag vor­lie­gend die tat­säch­li­ch vom Kläger be­zahl­ten Brutto-Reparaturkosten un­strei­tig über­steigt, so dass die Klage aus die­sem Grunde hier nun­mehr auch in Höhe der nur no­ch in der Hauptsache strei­ti­gen 167,23 Euro als un­be­grün­det ab­zu­wei­sen ist, weil der ge­schä­dig­te Kläger le­dig­li­ch die tat­säch­li­ch ihm ent­stan­de­nen Kosten und nicht den vom Sachverständigen er­mit­tel­ten, hö­he­ren Netto-Betrag von den Beklagten als Gesamtschuldnern er­stat­tet ver­lan­gen kann.

Zwar gibt es im Übrigen in der Rechtsprechung ei­ne ge­ne­rel­le Anerkennung ei­ner Unkostenpauschale für sämt­li­che Schadensfälle oh­ne nä­he­re Darlegung der ge­tä­tig­ten Aufwendungen - et­wa auch im Rahmen der ver­trag­li­chen Haftung - nicht (BGH, Urteil vom 08.05.2012, Az.: VI ZR 37/11, u.a. in: NJW 2012, Seiten 2267 f.; OLG Düsseldorf, Urteil vom 21.12.2005, Az.: I-15 U 44/05) und an­ge­sichts der un­ter­schied­li­chen Abläufe bei der je­wei­li­gen Schadensabwicklung wä­re dies wohl auch nicht ge­recht­fer­tigt (BGH, Urteil vom 08.05.2012, Az.: VI ZR 37/11, u.a. in: NJW 2012, Seiten 2267 f.). Jedoch wird in­so­weit hin­sicht­li­ch sol­cher Kosten bei der Abwicklung von Verkehrsunfallschäden re­gel­mä­ßig von nä­he­rem Vortrag ab­ge­se­hen und er­kennt die Rechtsprechung dem Geschädigten ei­ne Auslagenpauschale zu, auch wenn Anknüpfungstatsachen hier­für im kon­kre­ten Einzelfall nicht dar­ge­tan sind, da dies dem Umstand ge­schul­det ist, dass es si­ch bei der Regulierung von Verkehrsunfällen um ein „Massengeschäft“ han­delt (BGH, Beschluss vom 18.11.2008, Az.: VI ZB 22/08, u.a. in: BGHZ Band 178, Seite 338; BGH, VersR 1978, Seiten 278 ff.), bei dem Gesichtspunkt der Praktikabilität be­son­de­res Gewicht zu­kommt (BGH, Urteil vom 08.05.2012, Az.: VI ZR 37/11, u.a. in: NJW 2012, Seiten 2267 f.).

Deshalb geht das er­ken­nen­de Gericht seit der Entscheidung des Brandenburgischen Oberlandesgerichts vom 16.06.1998 (Aktenzeichen: 2 U 012/97) in stän­di­ger Rechtsprechung (vgl. u.a.: AG Brandenburg an der Havel, NZV 2012, Seite 339 = BeckRS 2011, Nr.: 23216) da­von aus, dass ein Geschädigter dem Grunde nach bei der­ar­ti­gen „Massengeschäften“ – wie hier – ei­ne all­ge­mei­ne Unkostenpauschale in Höhe von 25,00 Euro be­geh­ren kann (eben­so: Grüneberg/Palandt, 75. Aufl. 2016, § 249 BGB, Rn. 79, Seit 318 Oetker/Münchener Kommentar zum BGB, 6. Auflage 2012, § 249 BGB, Rn 450; Schubert/Beck’scher Online-Kommentar BGB, Edition: 20, Stand: 01.03.2011, § 249 BGB, Rn. 83; Kappus, NJW 2008, Seiten 891 f.; und vor al­lem die hier­zu er­gan­ge­ne, um­fas­sen­de herr­schen­de Rechtsprechung: BGH, NJW 2011, Seiten 2871 f.; BGH, NJW-RR 2008, Seite 898 BGH, NJW 2007, Seiten 1752 f.; OLG Saarbrücken, Urteil vom 08.05.2014, Az.: 4 U 61/13, u.a. in: Schaden-Praxis 2015, Seiten 49 f.; OLG Saarbrücken, Urteil vom 16.05.2013, Az.: 4 U 461/11; OLG München, Urteil vom 26.04.2013, Az.: 10 U 4938/12, u. a. in: SVR 2013, Seite 463 OLG Frankfurt/Main, NJW-RR 2013, Seiten 664 ff.; OLG Köln, Urteil vom 26.02.2013, Az.: 3 U 141/12, u. a. in: „ju­ris“; OLG Koblenz, DAR 2012, Seiten 704 ff.; OLG Saarbrücken, Urteil vom 10.05.2011, Az.: 4 U 261/10; OLG München, Urteil vom 08.04.2011, Az.: 10 U 5122/10; OLG Hamm, NJW-RR 2011, Seiten 464 f. OLG Saarbrücken, Schaden-Praxis 2011, Seiten 446 ff.; OLG Stuttgart, Urteil vom 07.04.2010, Az.: 3 U 216/09, u. a. in: BeckRS 2010, Nr.: 13003 OLG München, NJW 2010, Seiten 1462 ff. OLG München, Urteil vom 10.07.2009, Az.: 10 U 5609/08, u. a. in: „ju­ris“; OLG München, Urteil vom 10.07.2009, Az.: 10 U 5609/08, u. a. in: „ju­ris“; OLG München, VRR 2009, Seite 162 = ZAP EN-Nr. 463/2009; OLG Saarbrücken, NJW-Spezial 2009, Seite 267; OLG Zweibrücken, VersR 2009, Seiten 541 f.; OLG Bamberg, Schaden-Praxis 2009, Seiten 19 ff.; OLG Düsseldorf, Urteil vom 16.06.2008, Az.: I-1 U 246/07; OLG München, Urteil vom 18.01.2008, Az.: 10 U 4156/07, teilw. in: NJW-Spezial 2008, Seite 201; OLG Zweibrücken, VRR 2007, Seiten 442 f.; OLG Brandenburg, Urteil vom 05.06.2007, Az.: 2 U 42/06; OLG Celle, OLG-Report 2007, Seiten 933 ff. = ZMR 2008, Seiten 119 f.; OLG Saarbrücken, Urteil vom 19.12.2006, Az.: 4 U 318/06; OLG München, Urteil vom 24.11.2006, Az.: 10 U 2555/06; OLG Düsseldorf, Urteil vom 23.10.2006, Az.: 1 U 110/06, u. a. in: Verkehrsrecht ak­tu­ell 2007, Seite 135 OLG Köln, Verkehrsrecht ak­tu­ell 2006, Seiten 183 f.; OLG Brandenburg, Urteil vom 28.09.2006, Az.: 12 U 61/06; OLG München, NZV 2006, Seiten 261 f.; OLG Celle, OLG-Report 2006, Seiten 705 ff. = Schaden-Praxis 2007, Seiten 278 f.; OLG Koblenz, Schaden-Praxis 2006, Seiten 6 f.; OLG Düsseldorf, DAR 2005, Seiten 217 ff.; KG Berlin, NZV 2005, Seiten 39 f.; OLG Celle, NJW-RR 2004, Seiten 1673 ff.; OLG Frankfurt/Main, ZfSch 1989, Seite 265; OLG Saarbrücken, OLG-Report 2005, Seiten 936 ff.; OLG München, NZV 2001, Seite 220; LG Saarbrücken, Urteil vom 07.06.2013, Az.: 13 S 34/13; LG Rostock, SP 2013, Seite 81 LG Düsseldorf, Urteil vom 11.06.2010, Az.: 2b O 159/07, u.a. in: „ju­ris“; LG Karlsruhe, Urteil vom 18.04.2008, Az.: 3 O 335/07, u.a. in: „ju­ris“; LG Wiesbaden, Schaden-Praxis 2008, Seiten 155 f.; LG Potsdam, SVR 2006, Seiten 307 f.; LG Braunschweig, VersR 2006, Seite 1139 LG Frankfurt/Oder, DAR 2004, Seiten 453 f.; LG Berlin, Urteil vom 20.08.2007, Az.: 24 O 751/05, u.a. in: BeckRS 2008, Nr.: 01597; LG Bochum, Urteil vom 21.11.2006, Az.: 9 S 108/06, u.a. in: „ju­ris“; LG Aachen, Schaden-Praxis 2006, Seiten 249 f.; LG Bonn, Schaden-Praxis 2004, Seiten 328 f.; LG Stade, NZV 2004, Seiten 254 f.; LG Aachen, VersR 2002, Seite 1387 LG Braunschweig, NJW-RR 2001, Seite 1682; LG Mainz, DAR 2000, Seite 273; LG Lübeck, SP 1997, Seite 285; LG Verden, SP 1992, Seite 44; LG Augsburg, ZfSch 1991, Seite 48; LG Köln, VersR 1989, Seite 636; LG München I, ZfSch 1985, Seite 200; LG Zweibrücken, ZfSch 1989, Seite 303; LG Hagen/Westfalen, Urteil vom 14.11.2007, Az.: 10 S 35/07; AG Düsseldorf, Schaden-Praxis 2009, Seite 303; AG Gelsenkirchen, Urteil vom 05.02.2009, Az.: 32 C 92/08, u.a. in: „ju­ris“; AG Amberg, AnwBl. 2009, Seite 464 = AGS 2009, Seite 412; AG Erkelenz, Schaden-Praxis 2009, Seite 221; AG Hildesheim, NJW 2008, Seiten 3365 f.; AG Eilenburg, Urteil vom 20.04.2007, Az.: 4 C 54/07, u.a. in: BeckRS 2008, Nr.: 05970; AG Hamm, Urteil vom 10.04.2007, Az.: 17 C 409/06, u.a. in: „ju­ris“ AG Jena, Schaden-Praxis 2006, Seite 427; AG Aachen, Urteil vom 21.04.2006, Az.: 4 C 328/05, u.a. in: ADAJUR Dok.Nr. 73801 = „ju­ris“; AG Hagen, Urteil vom 29.06.2005, Az.: 16 C 20/05; AG Borna, Schaden-Praxis 2005, Seite 224; AG Dinslaken, Schaden-Praxis 2005, Seite 167 AG Augsburg, SVR 2005, Seiten 348 f.; AG Waiblingen, Urteil vom 05.11.2004, Az.: 14 C 1066/04; AG Stralsund, NZV 2003, Seiten 290 f. = SP 2003, Seiten 195 f.; AG Esslingen, DAR 2001, Seiten 36 f.; AG Gronau, DAR 2000, Seite 37; AG Neuburg, ZfSch 1989, Seite 265).

Für ei­ne Anhebung der vor der Währungsumstellung zu­letzt an­ge­nom­me­nen 50,00 DM auf nun­mehr 30,00 Euro be­steht je­doch wohl der­zei­tig no­ch kein Anlass (OLG München, Urteil vom 26.04.2013, Az.: 10 U 4938/12).

Die ge­gen­tei­li­ge Argumentation, wo­nach die Preissteigerung seit der letz­ten Anhebung ei­ne sol­che Anhebung ge­bie­te (vgl. u. a.: OLG Frankfurt/Main, Urteil vom 17.03.2011, Az.: 17 U 276/09; LG Chemnitz, Urteil vom 31.01.2013, Az.: 2 O 13/12; LG Magdeburg, Urteil vom 10.11.2010, Az.: 5 O 833/10 -170-, u.a. in: „ju­ris“; LG Schweinfurt, Urteil vom 20.03.2009, Az.: 23 O 318/08, u.a. in: „ju­ris“; LG München I, Urteil vom 29.11.2002, Az.: 19 O 11081/02; LG Aachen, Urteil vom 11.02.2005, Az.: 9 O 360/04; AG Augsburg, DV 2009, Seite 87; AG Frankfurt/Main, DAR 2009, Seiten 468 f.; AG Starnberg, DAR 2007, Seiten 593 f.; AG Augsburg, SVR 2005, Seite 348 AG Sangerhausen, SP 2005, Seite 344; AG Kehlheim, DAR 2003, Seite 178, Heinrich, DAR 2013, Seite 298), über­sieht wohl da­bei, dass dem schon die Anhebung auf 50,00 DM dien­te (OLG München, Urteil vom 26.04.2013, Az.: 10 U 4938/12; AG Brandenburg an der Havel, NZV 2012, Seite 339 = BeckRS 2011, Nr.: 23216), auch wenn si­ch die Fahrt- und Postkosten zwi­schen­zeit­li­ch er­höht ha­ben; da ins­be­son­de­re die „Flatrate-Tarife“ der Telefon-, Internet- und E-Mail-Verbindungen in den letz­ten Jahren ge­sun­ken sind und ge­ra­de der­ar­ti­ge Aufwendungen des Geschädigten mehr und mehr im Mittelpunkt sei­ner vor­pro­zes­sua­len Bemühungen ste­hen.

Die des wei­te­ren jetzt wohl nur no­ch von zwei Senaten des Kammergerichts Berlin (vgl. u.a.: Beschluss vom 20. Dezember 2010, Az.: 12 U 70/10; Urteil vom 16. August 2010, Az.: 22 U 15/10; Urteil vom 10. September 2007, Az.: 22 U 224/06 und Urteil vom 04. Dezember 2006, Az.: 12 U 206/05) ver­tre­te­ne Auffassung, dass ei­ne Unkostenpauschale ge­gen­wär­tig le­dig­li­ch in Höhe von 20,00 Euro an­ge­mes­sen sei, ori­en­tiert si­ch nach hie­si­ger - und wohl auch der über­wie­gen­den, oben nä­her auf­ge­führ­ten - Rechtsprechung je­doch wohl auch nicht an der all­ge­mei­nen Preisentwicklung (AG Brandenburg an der Havel, NZV 2012, Seite 339 = BeckRS 2011, Nr.: 23216).

Im Übrigen be­steht in­so­weit aber auch kein Anlass zu ei­ner mit § 287 ZPO un­ver­ein­ba­ren Pseudogenauigkeit in Form ei­ner Umrechnung auf 25,56 Euro oder 26,00 Euro (OLG München, Urteil vom 26.04.2013, Az.: 10 U 4938/12, u.a. in: SVR 2013, Seite 463 OLG München, NZV 2006, Seiten 261 f.; AG Brandenburg an der Havel, NZV 2012, Seite 339 = BeckRS 2011, Nr.: 23216).

Pro Unfallereignis kann im Übrigen aber nur ei­ne Pauschale er­stat­tet wer­den, oh­ne dass es auf die Anzahl der bei dem Unfall be­schä­dig­ten Gegenstände an­kommt, da auch in Fällen, wo meh­re­re Schadensgruppen be­trof­fen sind, kei­ne ge­son­der­ten Unkostenpauschalen er­stat­tet wer­den. Sofern tat­säch­li­ch hö­he­re Kosten ent­stan­den sein soll­ten, ist es der Klägerseite aber auch un­be­nom­men, ih­re Unkosten kon­kret zu be­le­gen und ab­zu­rech­nen (OLG Frankfurt/Main, Urteil vom 08.02.2011, Az.: 22 U 162/08, u.a. in: Schaden-Praxis 2011, Seite 291; OLG Celle, NJW 2008, Seiten 446 ff. = NZV 2008, Seiten 145 ff. = DAR 2008, Seiten 205 ff.; AG Brandenburg an der Havel, NZV 2012, Seite 339 = BeckRS 2011, Nr.: 23216).

Aus die­sem Grunde stand dem Kläger vor­lie­gend auch nicht ein Anspruch auf Zahlung ei­ner all­ge­mei­nen Unkostenpauschale in Höhe von 35,00 Euro, son­dern le­dig­li­ch ein Anspruch in Höhe von 25,00 Euro zu. Da die Beklagtenseite die­sen Betrag von 25,00 Euro je­doch un­strei­tig schon vor­pro­zes­sual an den Kläger be­zahlt hat, ist die Klage in Höhe des hier no­ch gel­tend ge­mach­ten Differenzbetrages von 10,00 Euro nun­mehr auch als un­be­grün­det ab­zu­wei­sen.

Über Alexander Gratz

Dipl. jur. Universität des Saarlandes

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