BGH be­stä­tigt LG Saarbrücken: Nebenkosten des Sachverständigen kön­nen am JVEG über­prüft wer­den

Stefan Lampert, Wikimedia Commons
Stefan Lampert, Wikimedia Commons

In die­sem Verfahren, in dem es u. a. um die Erforderlichkeit der Nebenkosten ei­nes Kfz-Sachverständigengutachtens nach ei­nem Verkehrsunfall ging, hat­te der BGH 2014 ein ers­tes Berufungsurteil des LG Saarbrücken auf­ge­ho­ben. Das LG Saarbrücken hat­te dar­auf­hin ent­schie­den, ei­ne mög­li­che Überhöhung der Nebenkosten an­hand des JVEG zu fest­zu­stel­len, da so­wohl beim pri­vat als auch beim ge­richt­li­ch be­auf­trag­ten Sachverständigen in­so­weit die tat­säch­li­ch ent­stan­de­nen Aufwendungen ent­schei­dend sei­en. In ei­ner neue­ren Entscheidung nimmt der BGH das hin: Der Tatrichter kön­ne bei der Schadensbemessung im Rahmen des § 287 ZPO auf die Bestimmungen des JVEG zu­rück­grei­fen. Und der VI. Zivilsenat geht auf ei­ne in der letz­ten Zeit dis­ku­tier­te Frage ein, näm­li­ch die Indizwirkung der Rechnung des Sachverständigen und be­stä­tigt, was er schon in meh­re­ren Entscheidungen zu­vor an­ge­deu­tet hat­te: Die Indizwirkung da­hin, dass die in der Rechnung ge­nann­ten Kosten auch er­for­der­li­ch sei­en, be­stehe nicht, wenn der Geschädigte die Rechnung nicht be­zahlt, son­dern, wie in die­sem Fall, den Anspruch ge­gen den Schädiger auf Erstattung der Gutachterkosten an den Sachverständigen ab­tritt (Urteil vom 26.04.2016, Az. VI ZR 50/15, Volltext).

Über Alexander Gratz

Dipl. jur. Universität des Saarlandes

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