In der Weihnachtszeit darf die Regulierung län­ger dau­ern

pixabay.com
pixabay.com

Für al­le die­je­ni­gen, die si­ch in der letz­ten Zeit mit Schadensersatzansprüchen an Versicherungen ge­wen­det ha­ben und auf die Zahlung war­ten, no­ch ein Hinweis auf ein Urteil des AG Eschweiler vom 25.07.2016 (25 C 12/16). Das AG geht mit der üb­ri­gen Rechtsprechung von ei­ner re­gel­mä­ßi­gen Regulierungsfrist von min­des­tens vier Wochen aus; teil­wei­se wer­den bis zu sechs Wochen an­ge­nom­men. Im ent­schie­de­nen Fall ging beim Versicherer am 18.12.2015 ei­ne Zahlungsaufforderung ein, die Zahlung er­folg­te am 18.01.2016. Auf Grund der Weihnachtsfeiertage sei dem Versicherer we­gen der Regulierungsdauer da­her kein Vorwurf zu ma­chen.

An die­ser Stelle wün­sche ich al­len Lesern fro­he Weihnachten und ei­nen gu­ten Rutsch ins neue Jahr.

Indem die Beklagte zu 2) den Schaden mit Zahlungseingang vom 20.01.2016 re­gu­lier­te, ist sie ih­ren Pflichten zu ei­ner zü­gi­gen Schadensbegleichung nach­ge­kom­men. Eine kon­kre­te Zahlungsaufforderung ist bei der Beklagten zu 2) am 18.12.2015 ein­ge­gan­gen. Zwischen der durch die Beklagten zu 2) vor­ge­nom­me­nen Zahlungsanweisung vom 18.01.2015 la­gen dem­ge­mäß 3 Wochen und 6 Tage. Da aber dem Kfz-Haftpflichtversicherer nach stän­di­ger Rechtsprechung re­gel­mä­ßig ei­ne Regulierungsfrist von zu­min­dest 4 Wochen zu ge­wäh­ren ist, wo­bei er sei­ne Regulierungsentscheidung in­ner­halb von 4 Wochen seit Zugang des spe­zi­fi­zier­ten Forderungsschreibens zu tref­fen hat (vgl. LG Köln, Urteil vom 11. März 2004 - 22 O 680/03 -, ju­ris) und zu Gunsten der Beklagten zu 2) auch no­ch die kurz nach dem Eingang des Spezifizierungsschreibens fol­gen­den Weihnachtsfeiertage zu be­rück­sich­ti­gen sind, ist ihr kein Vorwurf zu ma­chen.

Über Alexander Gratz

Dipl. jur. Universität des Saarlandes

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*