AG Köln zur Blutentnahme im OWi-Verfahren: Zuständig ist das AG am Sitz der Verwaltungsbehörde

Hendrike, Wikimedia Commons
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Nach die­ser Entscheidung des AG Köln ist frag­li­ch, ob der zu­vor hier vor­ge­stell­te Beschluss des LG Köln zum zu­stän­di­gen Amtsgericht für die Entscheidung über Blutentnahmen im Bußgeldverfahren den Zuständigkeitsstreit der be­tei­lig­ten Amtsgerichte be­en­det hat. Das AG Köln bleibt bei sei­ner - of­fen­bar schon zu­vor ver­tre­te­nen - Ansicht, wo­nach zu­stän­dig für die Entscheidung nach § 81a StPO das Amtsgericht am Sitz der Bußgeldbehörde ist, wäh­rend das LG ei­ne Zuständigkeit des Gerichts am Sitz der Staatsanwaltschaft be­für­wor­tet (AG Köln, Beschluss vom 31.05.2017 - 506 Gs 1178/17). wei­ter­le­sen AG Köln zur Blutentnahme im OWi-Verfahren: Zuständig ist das AG am Sitz der Verwaltungsbehörde

AG Köln lässt Dashcam-Aufnahme im Zivilprozess als Beweismittel zu

Guido Falke / pixelio.de
Guido Falke / pixelio.de

In ei­nem Kreuzungsbereich kam es zu ei­ner Kollision, wo­bei strei­tig war, wel­che Ampel grün zeig­te. Ein Zeuge nahm das Unfallgeschehen mit ei­ner in sei­nem Pkw in­stal­lier­ten Videokamera auf. Nach ei­ner Auswertung des Videos konn­te ein Sachverständiger die Lichtzeichen zum Zeitpunkt des Unfalls re­kon­stru­ie­ren. Aus der Entscheidung des AG Köln geht zwar nicht her­vor, ob der Verwertung der Videoaufzeichnung - mög­li­cher­wei­se ver­spä­tet - wi­der­spro­chen wur­de. Das Gericht hat­te auch kei­ne Bedenken in die­ser Hinsicht. Ein an­de­res Ergebnis wä­re, so das Gericht, nur dann in Betracht ge­kom­men, wenn der Zeuge die Aufnahmen in der Absicht ge­macht hät­te, sie auf YouTube oder Facebook ein­zu­stel­len oder der Polizei zu über­ge­ben. Ob die Kamera dau­er­haft oder nur den Unfall auf­zeich­ne­te, wur­de nicht an­ge­ge­ben (AG Köln, Urteil vom 01.09.2014, Az. 273 C 162/13). wei­ter­le­sen AG Köln lässt Dashcam-Aufnahme im Zivilprozess als Beweismittel zu

AG Köln: Haftung bei Huftritten ei­nes Brauereigauls

Foto: Carla Gratz
Foto: Carla Gratz

Ein Pferd ei­nes Pferdegespanns tritt ge­gen ein Fahrzeug und be­schä­digt die­ses. Ergibt si­ch die Haftung des Pferdehalters aus § 7 StVG oder § 833 BGB? Das AG Köln (Urteil vom 12.10.1984, Az. 226 C 356/84; NJW 1986, 1266) sagt da­zu:

(Das Pferdefuhrwerk) wird je­doch trotz ei­ni­ger PS nicht durch Maschinenkraft be­wegt, so daß ihm recht­li­ch die Anerkennung als voll­wer­ti­ges Kraftfahrzeug ver­sagt ist (§ 1 II StVG). Die Bekl. haf­tet aber als Halterin des Pferdeteiles des Fuhrwerkes (§ 833 BGB). Das Pferd, recht­li­ch für si­ch be­trach­tet, ist näm­li­ch ein Haustier, auch wenn es am Straßenverkehr teil­nimmt und nicht zu Hause wohnt. Zu den Haustieren zäh­len näm­li­ch al­le die Tiere, die je­mand „in sei­ner Wirtschaft” hält (...).

Damit die Haftung nach § 833 BGB aus­ge­löst wird, müss­te si­ch ei­ne ty­pi­sche Tiergefahr ver­wirk­licht ha­ben. Dabei kommt es auf die Unberechenbarkeit des tie­ri­schen Verhaltens an. Der ge­naue Grund, war­um das Pferd ge­tre­ten hat, ist an die­ser Stelle ir­rele­vant:

Deshalb be­durf­te es auch kei­ner Aufklärung, ob das Pferd ge­gen das Auto ge­tre­ten hat, weil es als Angehöriger ei­ner Minderheit im Straßenverkehr ei­ne Aversion ge­gen Blech ent­wi­ckelt hat oder weil es in sei­ner Einsamkeit sein Herz mit schö­nem Klang er­freu­en woll­te oder ob es sei­nen Huf als Warnblinklicht be­tä­tigt hat, da­mit es mit dem lie­gen­ge­blie­be­nen Fahrzeug recht­zei­tig als ste­hen­des Hindernis er­kannt wer­den konn­te (§ 15 I StVO).

Das Gericht führt wei­ter aus, dass der Kutscher die Pferde bes­ser in die Gaststätte mit­ge­nom­men hät­te, an­statt sie auf der Straße im Regen ste­hen zu las­sen:

Es hät­te ge­nügt, wenn er die Pferde mit an die Theke ge­nom­men hät­te, wo sie si­ch als ech­te Kölsche Brauereipferde si­cher­li­ch woh­ler ge­fühlt hät­ten als drau­ßen im Regen. Auch die Wirtin hät­te si­cher nichts da­ge­gen ge­habt. Denn die Rechtsregel „Der Gast geht so­lan­ge zur Theke, bis er bricht”, hat bis jetzt, so­weit er­sicht­li­ch, in der Rechtsprechung auf Pferde no­ch kei­ne Anwendung ge­fun­den.

Nun rät das AG no­ch da­von ab, zu­künf­tig Rinder an­statt Pferde ein­zu­set­zen:

Schließlich spre­chen auch ei­ni­ge Bedenken ge­gen die Verkehrstauglichkeit und Verkehrsgängigkeit des Rindviehs ins­ge­samt. Einmal bleibt ein Ochse vor je­dem Berge ste­hen (Simrock, Nr. 7631). Er weist zwar wei­ter mehr als die er­for­der­li­che Zahl von „Einrichtungen für Schallzeichen” auf. Er be­sitzt näm­li­ch zwei Hupen bzw. Hörner (§ 55 StVZO). Diese sind je­doch nicht funk­ti­ons­tüch­tig:

“Ein je­der Stier hat oben vorn
auf je­der Seite je ein Horn;
doch ist es ihm nicht zu­zu­mu­ten,
auf so “nem Horn auch no­ch zu tu­ten.
Nicht drum, weil er nicht tu­ten kann,
nein, er kommt mit dem Maul nicht dran”.
(Heinz-Erhardt, S. 89)

Das gan­ze Urteil - mit wei­te­ren Reimen - kann auf openjur.de nach­ge­le­sen wer­den.