LG Duisburg: Keine Vollstreckung von Geldbußen wäh­rend ei­nes Insolvenzverfahrens

FotoHiero / pixelio.de
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Gegen den Betroffenen er­ging ein Bußgeldbescheid in Höhe von EUR 80,00. Nach des­sen Rechtskraft wur­de über sein Vermögen das Insolvenzverfahren er­öff­net. Da in der Folge das Bußgeld nicht ge­zahlt wur­de, ord­ne­te das AG drei Tage Erzwingungshaft ge­gen den Betroffenen an. Seine Beschwerde hat­te Erfolg: Das zu­stän­di­ge LG hält die Erzwingungshaft für un­zu­läs­sig, da wäh­rend des Insolvenzverfahrens Zwangsvollstreckungsmaßnahmen ein­zel­ner Insolvenzgläubiger un­zu­läs­sig sind. Die (un­zu­läs­si­gen) Maßnahmen der Zwangsvollstreckung im Sinne von § 89 InsO sei­en nicht auf die zi­vil­pro­zes­sua­le Zwangsvollstreckung be­schränkt. Da die Forderung im Übrigen we­der durch den Insolvenzplan aus­ge­schlos­sen no­ch von ei­ner mög­li­chen Restschuldbefreiung er­fasst wer­de und auch die Vollstreckungsverjährung ru­he, kön­ne der Bußgeldbescheid no­ch zu ei­nem spä­te­ren Zeitpunkt voll­streckt wer­den (LG Duisburg, Beschluss vom 05.07.2017 – 69 Qs 22/17). wei­ter­le­sen LG Duisburg: Keine Vollstreckung von Geldbußen wäh­rend ei­nes Insolvenzverfahrens

OLG Bamberg: Kein Einspruch ge­gen no­ch nicht er­las­se­nen Bußgeldbescheid

Tim Reckmann / pixelio.de
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Bei der Betroffenen wur­de am 31.10.2015 ein Geschwindigkeitsverstoß auf ei­ner Bundesautobahn fest­ge­stellt. Nach Anhörung der Betroffenen be­stell­te si­ch mit Schreiben vom 18.11.2015 ein Verteidiger für die Betroffene und leg­te „falls be­reits ein Bußgeldbescheid vor­liegt, [...] ge­gen die­sen Einspruch“ ein. Am 23.11.2015 wur­de der Bußgeldbescheid, mit dem ei­ne Geldbuße von 160 Euro und ein ein­mo­na­ti­ges Fahrverbot ver­hängt wur­den, er­las­sen und der Betroffenen am 25.11.2015 zu­ge­stellt. Die Bußgeldstelle leg­te den Vorgang schließ­li­ch der Staatsanwaltschaft vor, wel­che die Akten an das Amtsgericht ab­gab. Dieses ver­ur­teil­te die Betroffene we­gen fahr­läs­si­gen Überschreitung der zu­läs­si­gen Höchstgeschwindigkeit ent­spre­chend dem Bußgeldbescheid. Im Rechtsbeschwerdeverfahren hat das OLG Bamberg die­ses Urteil auf­ge­ho­ben und den Einspruch der Betroffenen als un­zu­läs­sig ver­wor­fen: Es kön­ne da­hin­ste­hen, ob der Einspruch be­reits auf Grund ei­ner ge­stell­ten Bedingung (“falls”) un­zu­läs­sig sei. Jedenfalls sei die­ser ver­früht ein­ge­legt, der Bußgeldbescheid da­her in Rechtskraft er­wach­sen. Ein Einspruch sei er­st dann mög­li­ch, wenn ein Bußgeldbescheid er­las­sen (nicht: zu­ge­stellt) ist; ei­ne vor­sorg­li­che (für den Fall des Erlasses ei­nes Bußgeldbescheids) Einspruchseinlegung sei hin­ge­gen un­zu­läs­sig (OLG Bamberg, Beschluss vom 15.02.2017 - 3 Ss OWi 1294/16). wei­ter­le­sen OLG Bamberg: Kein Einspruch ge­gen no­ch nicht er­las­se­nen Bußgeldbescheid

OLG Bamberg: Betroffenem muss nach recht­li­chem Hinweis Gehör ge­währt wer­den

Frank Vincentz, Wikimedia Commons
Frank Vincentz, Wikimedia Commons

Gegen den Betroffenen wur­de ein Bußgeldbescheid we­gen ei­nes Abstandsverstoßes und dem Nichteinhalten des Mindestabstandes von 50 m mit ei­nem Lastkraftwagen er­las­sen und ei­ne Geldbuße von 140 Euro ver­hängt. Der Betroffene leg­te durch Schreiben sei­nes Verteidigers Einspruch ein. In der Hauptverhandlung, in der we­der der von der Verpflichtung zum per­sön­li­chen Erscheinen ent­bun­de­ne Betroffene no­ch sein Verteidiger an­we­send wa­ren, er­folg­te durch das Gericht ein Hinweis, das sei­ne Verurteilung we­gen Vorsatzes in Betracht kom­me. Es ver­ur­teil­te schließ­li­ch den Betroffenen we­gen vor­sätz­li­cher tat­ein­heit­li­cher Verstöße zu ei­ner Geldbuße von 230 Euro. Damit hat es, wie das OLG Bamberg nun fest­stell­te, das recht­li­che Gehör des Betroffenen ver­letzt. Wolle das Amtsgericht nach ei­nem Bußgeldbescheid, der von fahr­läs­si­ger Begehungsweise aus­ge­gan­gen ist, we­gen Vorsatz ver­ur­tei­len, müs­se ge­mäß § 71 Abs. 1 OWiG i.V.m. § 265 StPO ein da­hin­ge­hen­der recht­li­cher Hinweis er­teilt wer­den. Hier kön­ne da­von aus­ge­gan­gen wer­den, dass die Bußgeldstelle, wel­che die Schuldform im Bußgeldbescheid nicht an­ge­ge­ben hat, si­ch bei der Bußgeldbemessung aber an den Regelsätzen des Bußgeldkatalogs für ei­ne fahr­läs­si­ge Begehungsweise ori­en­tiert hat, auch von Fahrlässigkeit aus­ge­gan­gen ist. Der in der Hauptverhandlung er­teil­te recht­li­che Hinweis ha­be nicht aus­ge­reicht, da we­der Betroffener no­ch Verteidiger in die­ser an­we­send wa­ren. In die­ser Situation müs­se ein Gericht die Verhandlung un­ter­bre­chen oder ver­ta­gen, um dem Betroffenen Gelegenheit zur Äußerung in ei­ner an­ge­mes­se­nen Frist zu ge­ben (OLG Bamberg, Beschluss vom 02.05.2017 - 2 Ss OWi 293/17). wei­ter­le­sen OLG Bamberg: Betroffenem muss nach recht­li­chem Hinweis Gehör ge­währt wer­den

OLG Brandenburg: Schweiz kann Bußgeld nicht in Deutschland voll­stre­cken

pixabay.com
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Ein Bezirk ei­nes schwei­ze­ri­schen Kantons be­an­trag­te beim LG Potsdam die Erteilung ei­ner Vollstreckungsklausel für den Abschreibungsbeschluss des Bezirksgerichts un­ter Berufung auf das Lugano-Übereinkommen. Dem lag ein rechts­kräf­ti­ger Strafbefehl ei­ner Staatsanwaltschaft zu­grun­de, der auf Grund ei­nes an­geb­li­chen Verkehrsverstoßes des Schuldners er­ging und ge­gen die­sen ei­ne Buße von CHF 100.00 so­wie ei­nen ins­ge­samt zu zah­len­den Betrag von CHF 305.00 fest­setz­te. Der Bezirk ver­wies auf meh­re­re von ihm vor­ge­leg­te land­ge­richt­li­che Entscheidungen, mit de­nen in der Vergangenheit be­reits ähn­li­che Vollstreckungen zu­ge­las­sen wur­den. Das LG Potsdam gab dem Antrag eben­falls statt, das OLG Brandenburg hob ihn auf Beschwerde des Schuldners wie­der auf, da si­ch we­der aus dem Lugano-Übereinkommen no­ch dem deutsch-schweizerischen Polizeivertrag ei­ne Vollstreckungsmöglichkeit er­ge­be (OLG Brandenburg, Beschluss vom 25.01.2017 - 7 W 115/16); ähn­li­ch hat­te auch das AG München vor ei­ni­ger Zeit ent­schie­den. Das ver­wun­dert nicht: Das Lugano-Übereinkommen re­gelt u. a. die in­ter­na­tio­na­le, mit­un­ter auch die ört­li­che Zuständigkeit der Gerichte so­wie die Vollstreckung bei Auslandsbezug. Die Auslegung ent­spricht re­gel­mä­ßig der - teil­wei­se wört­li­ch über­ein­stim­men­den -  Regelungen des EuGVÜ so­wie der (EU-)Nachfolgeverordnungen 44/2001 (EuGVVO aF = Brüssel-I-VO) und 1215/2012 (EuGVVO = Brüssel-Ia-VO). Nach Art. 1 Abs. 1 des je­wei­li­gen Übereinkommens bzw. der je­wei­li­gen Verordnung sind die­se nur in Zivil- und Handelssachen an­zu­wen­den. Die Abgrenzung zum öf­fent­li­chen Recht hängt nach der Rechtsprechung des EuGH da­von ab, ob ei­ne Behörde in Ausübung ho­heit­li­cher Befugnisse tä­tig wird (sie­he et­wa EuGH, Urteil vom 12.09.2013 - C-49/12, Rn. 34 - Sunico), da­her sind die­se Regelungswerke durch­aus auch bei Strafurteilen an­wend­bar, so­weit sie ei­nen Adhäsionsausspruch ent­hal­ten (vgl. auch Art. 5 Nr. 4 LugÜ und Art. 7 Nr. 3 EuGVVO). Bei der hier vor­lie­gen­den Bußgeld- bzw. Kostenentscheidung ei­nes Bezirks in der Schweiz ist das LugÜ da­her nicht an­wend­bar. Gleiches gilt für den ge­nann­ten Polizeivertrag, da die ge­gen­sei­ti­ge Vollstreckungshilfe bei Sanktionen we­gen Zuwiderhandlung ge­gen Vorschriften des Straßenverkehrs no­ch nicht in Kraft ge­tre­ten ist. Für die­se Vollstreckungshilfe dürf­te ein Landgericht oh­ne­hin nicht zu­stän­dig sein, da die­se Aufgabe von den obers­ten Landesbehörden oder den von ih­nen be­stimm­ten Stellen wahr­zu­neh­men wä­re (Art. 3 des Gesetzes vom 25.09.2001, BGBl. II 2001, S. 946 ff.). wei­ter­le­sen OLG Brandenburg: Schweiz kann Bußgeld nicht in Deutschland voll­stre­cken

OLG Jena: Bußgeldbescheid we­gen Verstoß ge­gen Ausnahmegenehmigung muss die­se be­nen­nen

Claudia Hautumm / pixelio.de
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Ein Bußgeldbescheid hat u. a. die Funktion, die vor­ge­wor­fe­ne Ordnungswidrigkeit von an­de­ren denk­ba­ren Tatvorwürfen ab­zu­gren­zen. Daher muss er die­se Tat hin­rei­chend ge­n­au be­zeich­nen. Diese Grundsätze sah das OLG Jena in ei­nem Fall ver­letzt, in dem dem Betroffenen - ei­nem Lkw-Fahrer - ein Verstoß ge­gen ei­ne Ausnahmegenehmigung vor­ge­wor­fen wur­de. Der Bußgeldbescheid ent­hielt au­ßer “Fahrzeit und Brückenauflagen nicht ein­ge­hal­ten” kei­ne wei­te­ren Angaben hin­sicht­li­ch der ge­nau­en Auflagen. Diese Angaben sei so un­ge­nau, dass auch nicht - aus­nahms­wei­se - auf den rest­li­chen Akteninhalt zu­rück­ge­grif­fen wer­den kön­ne, um den Vorwurf wei­ter ein­zu­gren­zen. Außerdem kön­ne der Betroffene nicht er­ken­nen, auf wel­che Tat er sei­ne Verteidigung aus­rich­ten muss. Dies stel­le ei­ne Verletzung des recht­li­chen Gehörs dar, mit der Folge, dass trotz der Geldbuße von 60 EUR das Verfahren ein­ge­stellt wur­de (OLG Jena, Beschluss vom 18.04.2016, Az. 1 OLG 121 SsRs 6/16). wei­ter­le­sen OLG Jena: Bußgeldbescheid we­gen Verstoß ge­gen Ausnahmegenehmigung muss die­se be­nen­nen

Untätigkeitsklage beim Verwaltungsgericht nach Einspruch ge­gen Bußgeldbescheid, das geht nicht

 Michael Grabscheit / pixelio.de
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Gegen den Kläger er­ging ein Bußgeldbescheid we­gen ei­nes Verstoßes ge­gen das Straßenrecht. Seinen Einspruch sah die Behörde als “ge­gen­stands­los” an. Dagegen er­hob er Klage vor dem Verwaltungsgericht, mit der er die Verpflichtung der Behörde zur Bescheidung sei­nes Einspruchs be­an­trag­te. Das VG Magdeburg hat die Sache an das AG Bernburg ver­wie­sen. Zu Recht, sagt das OVG Sachsen-Anhalt: Zwar sei ei­ne öffentlich-rechtliche Streitigkeit nicht­ver­fas­sungs­recht­li­cher Art im Sinne von § 40 Abs. 1 S. 1 VwGO ge­ge­ben. Für ei­ne Überprüfung des Tatvorwurfs im Bußgeldbescheid, aber auch an­de­rer Maßnahmen der Behörde im Bußgeldverfahren, sei­en nach dem OWiG aus­schließ­li­ch die Amtsgerichte zu­stän­dig (Beschluss vom 31.03.2016, Az. 3 O 66/16). wei­ter­le­sen Untätigkeitsklage beim Verwaltungsgericht nach Einspruch ge­gen Bußgeldbescheid, das geht nicht

OLG Oldenburg: Beschränkung des Einspruchs auch nach Beweisaufnahme mög­li­ch

Christopher Pach / pixelio.de
Christopher Pach / pixelio.de

Gegen den Betroffenen er­ging ein Bußgeldbescheid we­gen ei­nes fahr­läs­si­gen Verkehrsverstoßes. In der Hauptverhandlung auf Grund sei­nes Einspruchs be­schränk­te er die­sen nach Abschluss der Beweisaufnahme auf den Rechtsfolgenausspruch (sog. ho­ri­zon­ta­le Beschränkung). Das AG hielt dies für un­zu­läs­sig und ver­ur­teil­te we­gen ei­nes vor­sätz­li­chen Verstoßes. Das OLG Oldenburg meint “geht doch” und zwar auch no­ch nach der Beweisaufnahme, selbst wenn der ge­wünsch­te Effekt der Gerichtsentlastung da­durch re­la­ti­viert wird, dass das AG zu­nächst ei­ne vol­le Beweisaufnahme durch­füh­ren mus­s­te (Beschluss vom 07.03.2016, Az. 2 Ss (OWi) 55/16) wei­ter­le­sen OLG Oldenburg: Beschränkung des Einspruchs auch nach Beweisaufnahme mög­li­ch

1000 EUR Bußgeld we­gen Dashcam-Benutzung? AG Hannover stellt Verfahren ein

actioncams / YouTube
ac­tion­cams / YouTube

Diese schon et­was äl­te­re Entscheidung be­fasst si­ch mit der Möglichkeit der Datenschutzbehörden, ge­gen Personen, die in ih­rem Auto ei­ne Dashcam be­trei­ben, ein Bußgeld zu ver­hän­gen. Das AG Hannover ver­misst in ei­nem sol­chen Bußgeldbescheid u. a. Angaben zur Tatzeit und zum Tatort und stellt das Verfahren da­her we­gen ei­nes Verfahrenshindernisses ein. Es weist auch dar­auf hin, dass nicht je­de Dashcam-Nutzung ei­nen Gesetzesverstoß dar­stellt und die Behörde da­her ei­ne Einzelfallprüfung vor­neh­men müs­se. Das be­tref­fe et­wa die kon­kre­te (Verkehrs)-Situation und die je­weils ge­spei­cher­ten Aufnahmen. Auch bei ei­nem an­ge­nom­me­nen Verstoß müs­se be­dacht wer­den, dass bei der Anfertigung von Videoaufnahmen mit Dashcams die Rechtslage no­ch nicht ein­deu­tig ge­klärt sei und des­we­gen auch ei­ne Verfahrenseinstellung nach § 47 OWiG in Betracht kom­me (AG Hannover, Beschluss vom 09.09.2014, Az. 265 OWi 7752 Js 73336/14 (583/14)) wei­ter­le­sen 1000 EUR Bußgeld we­gen Dashcam-Benutzung? AG Hannover stellt Verfahren ein

OLG Naumburg: Verweigerte Namensangabe und Widerstand bei Polizeikontrolle pro­zes­sual ei­ne Tat

FotoHiero / pixelio.de
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Der Angeklagte be­fuhr in al­ko­ho­li­sier­tem Zustand mit ei­nem Fahrrad ei­ne öf­fent­li­che Straße. Bei ei­ner Polizeikontrolle wei­ger­te er si­ch, sei­ne Personalien an­zu­ge­ben und ei­nen Atemalkoholtest durch­zu­füh­ren. Als die Beamten ihn zum Polizeirevier brin­gen woll­ten, leis­te­te er Widerstand. Auf Grund sei­ner Weigerung, sei­ne Personalien an­zu­ge­ben, er­ging ge­gen ihn ein Bußgeldbescheid und auf sei­nen Einspruch hin ei­ne Verurteilung zu ei­ner Geldbuße. Wegen der fahr­läs­si­gen Trunkenheit im Verkehr so­wie des Widerstands ge­gen Vollstreckungsbeamte wur­de ein Strafbefehl er­las­sen, ge­gen den der Angeklagte - be­schränkt auf den Vorwurf des Widerstandes ge­gen Vollstreckungsbeamte - Einspruch ein­leg­te. Nach Verurteilung durch das AG stellt das OLG Naumburg das Verfahren auf sei­ne Revision hin ein: Die Verurteilung nach § 111 Abs. 1 OWiG be­zie­he si­ch auf die­sel­be Tat im pro­zes­sua­len Sinne. Daher be­stehe vor­lie­gend ein Verfahrenshindernis (OLG Naumburg, Beschluss vom 26.01.2016, Az. 2 Rv 10/16). wei­ter­le­sen OLG Naumburg: Verweigerte Namensangabe und Widerstand bei Polizeikontrolle pro­zes­sual ei­ne Tat

OLG Naumburg: Ohne Überzeugung des Tatrichters kei­ne Verurteilung

pixabay.com
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Auch ein sol­cher Fehler kann der Rechtsbeschwerde zum Erfolg ver­hel­fen: Das AG hat ge­gen den Betroffenen durch Beschluss ei­ne Geldbuße von 600 EUR fest­ge­setzt. In der Begründung hat es nur an­ge­führt, dass ihm im Bußgeldbescheid ein Geschwindigkeitsverstoß zur Last ge­legt wer­de. Weitere Feststellungen wa­ren nicht ent­hal­ten. Daher wur­de das Urteil auf­ge­ho­ben: Das AG muss ei­nen Verkehrsverstoß selbst fest­stel­len und da­von über­zeugt sein, was si­ch auch aus den Urteils- / Beschlussgründen er­ge­ben muss. Eine Ausnahme gilt bei Kurzbegründungen ge­mäß § 72 Abs. 6 oder § 77b OWiG, wenn die Verfahrensbeteiligten auf ei­ne Begründung ver­zich­ten. Das war vor­lie­gend aber nicht der Fall. Die Überzeugung der Bußgeldbehörde, dass der Betroffene ei­ne Ordnungswidrigkeit be­gan­gen ha­be, ist an die­ser Stelle ir­rele­vant (OLG Naumburg, Beschluss vom 20.10.2015, Az. 2 Ws 209/15). wei­ter­le­sen OLG Naumburg: Ohne Überzeugung des Tatrichters kei­ne Verurteilung