AG Altenburg: Reichsflagge auf Kfz-Kennzeichen ist nicht straf­bar

Herder3, Wikimedia Commons
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Der vom AG Zeitz Ende letz­ten Jahres ent­schie­de­ne Sachverhalt - Reichsflagge auf dem Euro-Feld von Kfz-Kennzeichen - ist of­fen­bar kein Einzelfall: Auch das AG Altenburg mus­s­te si­ch da­mit nun be­fas­sen, al­ler­dings nicht im Rahmen ei­nes Bußgeldverfahrens; vor­lie­gend wur­de auf Grund der Veränderung Anklage we­gen Kennzeichenmissbrauchs (§ 22 StVG) er­ho­ben. Der Anklagte gab an, ei­ne sol­che Veränderung (Aufkleber in den Farben schwarz-weiß-rot mit ei­nem “D”) bei ei­nem Kollegen ge­se­hen, dies als lus­tig emp­fun­den und da­her nach­ge­macht zu ha­ben. Das AG sieht hier we­der ei­nen der in § 22 StVG ge­nann­ten Tatbestände als er­füllt an, no­ch geht es auf ei­ne mög­li­che Ordnungswidrigkeit we­gen Verstoßes ge­gen die Fahrzeugzulassungsverordnung, so wie das AG Zeitz, ein. Eine Strafbarkeit kön­ne al­len­falls in Betracht kom­men, wenn der Angeklagte be­ab­sich­tigt hät­te, mit dem ver­än­der­ten Kennzeichen ins Ausland zu fah­ren, was aber nicht der Fall war. Daher hat es den Angeklagten frei­ge­spro­chen (AG Altenburg, Urteil vom 21.04.2017 - 620 Js 40861/16 2 Cs). wei­ter­le­sen AG Altenburg: Reichsflagge auf Kfz-Kennzeichen ist nicht straf­bar

Reichsbürger beim AG Zeitz? Auch Reichsflaggen ge­hö­ren nicht auf KFZ-Kennzeichen

Herder3, Wikimedia Commons
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Das AG Zeitz hat es wei­ter mit “krea­ti­ven” Betroffenen zu tun: Einige Tage, be­vor der auf ein Kennzeichen ge­kleb­te Stinkefinger ge­sich­tet wur­de, wur­de bei dem in Betrieb be­find­li­chen Fahrzeug des hie­si­gen Betroffenen am hin­te­ren Kennzeichen ei­ne Reichsflagge ent­deckt, die auf dem Euro-Feld kleb­te bzw. die­ses er­setz­te. Seiner Ansicht nach hat das EU-Zeichen “kei­nen Bestandsschutz”. Ob es si­ch bei dem Betroffenen wohl um ei­nen Reichsbürger han­delt? Auch hier ge­lang­te das AG zu ei­ner Verurteilung we­gen Verstoßes ge­gen §§ 48 Nr. 1 lit. b, 10 Abs. 12 S. 1 FZV iVm Nr. 3 Anlage 4 FZV. Auf Grund ei­nes ver­meid­ba­ren Verbotsirrtums wur­de auch die­ser vor­sätz­li­che Verstoß mit der Regelgeldbuße für ei­ne fahr­läs­si­ge Ordnungswidrigkeit (10 EUR) ge­ahn­det (AG Zeitz, Urteil vom 07.12.2016 - 13 OWi 739 Js 209364/16). wei­ter­le­sen Reichsbürger beim AG Zeitz? Auch Reichsflaggen ge­hö­ren nicht auf KFZ-Kennzeichen

AG Zeitz: “Stinkefinger” hat auf KFZ-Kennzeichen nichts zu su­chen

Thommy Weiss / pixelio.de
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Der Betroffene be­fuhr mit sei­nem Pkw ei­ne Autobahn. Auf dem vor­de­ren wie auch auf dem hin­te­rem Kennzeichen war in der Mitte des EU-Sternenkranzes je­weils ein Stinkefinger von ihm auf­ge­klebt wor­den. Das AG Zeitz sieht dar­in ei­ne Ordnungswidrigkeit nach §§ 48 Nr. 1 lit. b, 10 Abs. 12 S. 1 FZV. Das Eurofeld sei in der Fahrzeugzulassungsverordnung de­fi­niert (Nr. 3 in Anlage 4); ein Stinkefinger sei dort nicht vor­ge­se­hen. Zugunsten des Betroffenen wur­de ein (ver­meid­ba­rer) Verbotsirrtum an­ge­nom­men und die Regelgeldbuße für ei­nen fahr­läs­si­gen Verstoß (€ 10) fest­ge­setzt (AG Zeitz, Urteil vom 20.12.2016 - 13 OWi 721 Js 210685/16). wei­ter­le­sen AG Zeitz: “Stinkefinger” hat auf KFZ-Kennzeichen nichts zu su­chen