OLG München zum Benutzen der Fußgängerfurt: Kein Mitverschulden bei dunk­ler Kleidung

pixabay.com
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Der Geschädigte über­quer­te ei­ne Zufahrtsstraße zur A 96 un­ter Benutzung ei­ner Fußgängerfurt mit Fußgängerampel, wel­che Grün zeig­te. Dabei wur­de er vom Pkw des Beklagten zu 1) ver­letzt. Nun macht die Klägerin, die Arbeitgeberin des Geschädigten, ge­gen die Beklagten nach dem EFZG über­ge­gan­ge­ne Ansprüche gel­tend. Die Beklagten wen­den u. a. ein, den Geschädigten tref­fe ein Mitverschulden auf Grund des Tragens dunk­ler Kleidung bei schlech­ten Sichtverhältnissen. Das LG München I ge­lang­te zu ei­nem Mitverschulden des Geschädigten in Höhe von 20 %. Das OLG München hin­ge­gen konn­te kei­ner­lei Mitverschulden er­ken­nen. Wer ei­ne Straße ent­spre­chend § 25 Abs. 3 StVO ord­nungs­ge­mäß über­quert, den tref­fe auch bei dunk­ler Kleidung kein Mitverschulden bei ei­nem Unfall. Ein Mitverschulden we­gen der Farbe der Kleidung sei in der bis­he­ri­gen Rechtsprechung nur an­ge­nom­men wor­den, wenn Fußgänger die Straße nicht in ei­ner Fußgängerfurt oder oh­ne­hin un­ter Verstoß ge­gen § 25 Abs. 3 S. 1 StVO über­que­ren (OLG München, Urteil vom 30.06.2017 - 10 U 4244/16). wei­ter­le­sen OLG München zum Benutzen der Fußgängerfurt: Kein Mitverschulden bei dunk­ler Kleidung

OLG Bamberg: Rotlichtverstoß we­gen grü­ner Fußgängerampel ist kein Augenblicksversagen

Julen Parra, Wikimedia Commons
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Hier wur­de nach ei­nem qua­li­fi­zier­ten Rotlichtverstoß vom Fahrverbot un­ter Verdopplung des Bußgelds mit der Begründung ab­ge­se­hen, dass ein Augenblicksversagen vor­ge­le­gen ha­be, of­fen­bar ha­be der Betroffene ei­ne Fußgängerampel mit der für den flie­ßen­den Verkehr maß­geb­li­chen Ampel ver­wech­selt. Dem OLG hat das für ein Absehen vom Fahrverbot nicht ge­reicht; es hat die Einschätzung als “un­halt­bar” ver­wor­fen. Die Beachtung der - rich­ti­gen - Ampel sei ei­ne ein­fach zu er­fül­len­de Mindestanforderung an je­den Verkehrsteilnehmer, so­dass ei­ne Verwechslung nur als gro­be Fahrlässigkeit an­ge­se­hen wer­den kön­ne. Daher sei ein Absehen vom Fahrverbot nicht mög­li­ch (OLG Bamberg, Beschluss vom 10.08.2015, Az. 3 Ss OWi 900/15). wei­ter­le­sen OLG Bamberg: Rotlichtverstoß we­gen grü­ner Fußgängerampel ist kein Augenblicksversagen