OLG Hamm: Heimliches Treffen mit ver­hei­ra­te­ter Geliebter wi­der­legt Unfallmanipulation

In die­sem Fall hat zu­nächst ei­ni­ges für ein ver­ab­re­de­tes Unfallereignis ge­spro­chen: Der Kläger hat­te sein Fahrzeug an ei­nem Sonntag in ei­nem Gewerbegebiet ab­ge­stellt. Dort wur­de die­ses so­wie drei wei­te­re, da­hin­ter ab­ge­stell­te Fahrzeuge von ei­nem vom Beklagten zu 1) zu­vor an­ge­mie­te­ten Sprinter seit­lich ge­streift und be­schä­digt, wo­bei ei­ni­ge Angaben des Beklagten zu 1) im Prozess zum Unfallhergang durch ein Sachverständigengutachten wi­der­legt wer­den konn­ten. Auch die Angaben ei­nes wei­te­ren Beteiligten, des­sen Fahrzeug un­mit­tel­bar hin­ter dem des Klägers ab­ge­stellt war, konn­ten wi­der­legt wer­den, so dass die­ser im Termin vor dem OLG-Senat letzt­lich ei­ne Absprache mit dem Beklagten zu 1) ein­ge­stand. Der Kläger hin­ge­gen konn­te ei­nen Grund für sei­nen Aufenthalt in dem Gewerbegebiet nen­nen: Er ha­be sich dort in ei­nem Hotel be­fun­den, in dem er sich mit sei­ner da­ma­li­gen ver­hei­ra­te­ten Geliebten heim­lich ge­trof­fen hat und konn­te die­se auch be­nen­nen. Zudem war auch sein Fahrzeug und des­sen Laufleistung für ei­ne Unfallmanipulation eher un­ge­eig­net bzw. un­ty­pisch, sei­ne fi­nan­zi­el­le Situation be­son­ders gut. Daher war es ihm auch mög­lich, den ge­sam­ten Prozess oh­ne Rechtsschutzversicherung oder Prozesskostenhilfe selbst zu fi­nan­zie­ren. Der Schaden am Fahrzeug des Klägers wur­de zwar fik­tiv ab­ge­rech­net; al­ler­dings hat der Kläger die Schäden am Fahrzeug an­schlie­ßend in ei­ner Fachwerkstatt re­pa­rie­ren las­sen. Das OLG Hamm konn­te sich vor­lie­gend nicht von ei­ner Einwilligung des Klägers in die Beschädigung sei­nes Fahrzeugs über­zeu­gen (Urteil vom 01.08.2017 - I-9 U 59/16). wei­ter­le­sen