OLG München: Haftungsverteilung nach Unfall auf­grund un­güns­ti­ger Witterung

Quelle: pixabay.com

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Das Fahrzeug der Beklagten ge­riet bei win­ter­li­chen Witterungsverhältnissen ins Schleudern und kam auf der Fahnbahnmitte zum Stehen, so dass es in den Gegenverkehr rag­te. Zwei her­an­fah­ren­de Fahrzeuge konn­ten noch ab­brem­sen. Der LKW der Klägerin konn­te we­gen über­höh­ter Geschwindigkeit und schlech­ter Sichtverhältnisse nicht mehr recht­zei­tig re­agie­ren und fuhr auf.

Das OLG München ging von ei­ner Mithaftung der Beklagten in Höhe von 25% aus (Urteil vom 20.12.13, Az. 10 U 641/12):

Bei der Haftungsabwägung war ins­be­son­de­re zu be­rück­sich­ti­gen, dass der Beklagte zu 1) durch ei­nen vor­werf­ba­ren Verkehrsverstoß auf die Gegenfahrbahn ge­riet und dort der Pkw we­gen der schlech­ten Sicht- Witterungs- und Fahrbahnverhältnisse ein be­son­ders ho­hes Gefährdungspotential dar­stell­te. Andererseits ge­lang es dem Gegenverkehr bei an­ge­pass­ter Fahrweise durch­aus, recht­zei­tig auf die Gefahr - ein ste­hen­des Fahrzeug - zu re­agie­ren; so konn­te et­wa die Zeugin Z. ih­ren Pkw zum Stillstand brin­gen und die den Verhältnissen nicht an­ge­pass­te, schon bei güns­tigs­ten Verhältnissen zu ho­he Geschwindigkeit (§ 3 I 2, III 2 b StVO) des mit­ver­si­cher­ten Fahrers der Klägerin war die ent­schei­den­de Schadensursache. Ein Mithaftungsanteil der Beklagten in Höhe von 25 %, wie ein­ge­klagt, er­scheint hier­nach je­den­falls an­ge­mes­sen. Die Beklagten konn­ten wei­te­re, zu Lasten der Klägerin zu be­rück­sich­ti­gen­de Umstände nicht be­wei­sen, ins­be­son­de­re nicht, dass der BMW und die an­de­ren Fahrzeuge be­reits seit län­ge­rem stan­den oder der Fahrer des Lkw auf ein er­kenn­ba­res Warnblinklicht ver­spä­tet re­agiert hät­te.

Über Alexander Gratz

Dipl. jur. Universität des Saarlandes

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