BGH zur Geringfügigkeit ei­nes Mangels beim Autokauf

Quelle: CossimoMedia, Wikimedia Commons

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Zeigt sich nach dem Kauf ei­nes PKW ein Mangel, stellt sich die Frage, wel­che Rechte der Käufer hat. Nach § 323 Abs. 5 S. 2 BGB kann er vom Vertrag nicht zu­rück­tre­ten, wenn die Pflichtverletzung nur un­er­heb­lich ist. In dem Fall, über den nun der Bundesgerichtshof ent­schie­den hat (Urteil vom 28.05.14, Az. VIII ZR 94/13), woll­te der Käufer vom Vertrag zu­rück­tre­ten, weil die Einparkhilfe nach meh­re­ren Nachbesserungsversuchen nicht ord­nungs­ge­mäß funk­tio­nier­te. Die Leitsätze der Entscheidung lau­ten:

a) Die Beurteilung der Frage, ob ei­ne Pflichtverletzung un­er­heb­lich im Sinne des § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB ist, er­for­dert ei­ne um­fas­sen­de Interessenabwägung auf der Grundlage der Umstände des Einzelfalls (Bestätigung der Senatsurteile vom 17. Februar 2010 - VIII ZR 70/07, NJW-RR 2010, 1289 Rn. 23; vom 6. Februar 2013 - VIII ZR 374/11, NJW 2013, 1365 Rn. 16).

b) Bei ei­nem be­heb­ba­ren Mangel ist im Rahmen die­ser Interessenabwägung von ei­ner Geringfügigkeit des Mangels und da­mit von ei­ner Unerheblichkeit der Pflichtverletzung ge­mäß § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB je­den­falls in der Regel nicht mehr aus­zu­ge­hen, wenn der Mangelbeseitigungsaufwand ei­nen Betrag von fünf Prozent des Kaufpreises über­steigt.

Über Alexander Gratz

Dipl. jur. Universität des Saarlandes

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