LG Köln lässt Daten aus Mietfahrzeug aus­le­sen: Fahrer nach fahr­läs­si­ger Tötung über­führt

Listenthinkact, Wikimedia Commons
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In Zukunft wird es wohl häu­fi­ger vor­kom­men, dass, ge­ra­de bei schwe­ren Verkehrsunfällen, zur Rekonstruktion auf die in Steuergeräten des Fahrzeugs ge­spei­cher­ten Daten zu­rück­ge­grif­fen wird. Das hat schon ein Urteil des AG Emmendingen mit ver­gleich­ba­rem Sachverhalt ge­zeigt. Hier ein et­was an­de­rer Fall: Der Angeklagte be­fuhr mit ei­nem Fahrzeug des Carsharing-Anbieters DriveNow die Kölner Innenstadt, ge­folgt von ei­nem Freund, eben­falls mit ei­nem Mietwagen die­ses Unternehmens. Bei ei­nem Fahrstreifenwechsel an ei­ner Ampel kol­li­dier­te er mit ei­nem wei­te­ren Fahrzeug, wo­durch si­ch sein Fahrzeug auf­stell­te, um die ei­ge­ne Achse ro­tier­te und schleu­der­te und schließ­li­ch ei­nen 75 m ent­fern­ten Radfahrer er­fass­te, wel­cher sei­nen Verletzungen er­lag. Die Firma BMW stell­te dem Gericht Logdaten aus dem Car-Sharing-Modul des Fahrzeugs zur Verfügung. Mit die­sen konn­te der Sachverständige die Fahrtroute des Angeklagten (mit­tels GPS-Daten) samt Geschwindigkeitswerten re­kon­stru­ie­ren, wor­aus si­ch er­gab, dass der Angeklagte auf Teilen der Strecke so­wie bei der Kollision weit über 100 km/h ge­fah­ren sein muss (LG Köln, Urteil vom 23.05.2016 - 113 KLs 34/15, PDF-Volltext).

Über Alexander Gratz

Dipl. jur. Universität des Saarlandes

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